Längster Schal Berlins in Neukölln unter dem Hammer

1_längster schal berlins_rathaus neukölln500 Meter wollten sie schaffen – über 1.200 sind es letztendlich geworden. Würde man den längsten handgestrickten Schal Berlins ausrollen, würde er 2_längster schal berlins_rathaus neuköllnvom Neuköllner Rat- haus bis über den Her- mannplatz hinaus zum Eingang der Hasenhei- de reichen. „Wir hatten verschiedene Szena- rien, wie man ihn ver- messen könnte, haben uns zum Schluss aber wegen der Realisier- barkeit für den Vorplatz des Rathauses entschieden“, sagt Gernot Zessin, der Leiter des Projekts „An die Wolle, Fertig, Los!“. In neun Runden lag der Schal vermessung längster schal berlins_rathaus neuköllndort, jede Runde misst 135 Meter, wie Zessins Kol- lege mit seinem Baumessgerät ermittelt hatte. Aber um die Länge des aus etlichen Einzelteilen zusam- mengesetzten Strickstücks geht es gar nicht primär, sie ist nur Mittel zum Zwecks: Noch bis heute Nach- mittag um 17 Uhr werden die Schals vor dem Rat- versteigerung längster schal berlins_rathaus neuköllnhaus versteigert, um mit dem Erlös die Aktion „Ein Herz für Kinder“ zu unter- versteigerung längster schal von berlin_rathaus neuköllnstützen.

Die ersten jeweils etwa 2 Meter langen Winter-accessoires brachte Neuköllns Bezirksbürgermeister unter den Hammer. Um 5 Euro wurde das Mindestgebot von 10 Euro bei Buschkowskys Debüt als Schal-Auktionator übertroffen. Bei zweiten Durchgang lief es schon nicht mehr ganz so gut: Für 3 Euro statt der erwarteten 5 fand das Strickstück heinz buschkowsky_erika rosenberger_gernot zessin_längster schal berlins_rathaus neuköllneine Abnehmerin. Gut möglich, dass es bei Temperaturen, die der Jahres- zeit angemessen wären, besser lau- fen würde. Wer mag bei diesem Wetter schon an das Tragen kusche- liger Schals denken?

„Es ist jedenfalls eine geckige Idee, dass Leute in Berliner Quartieren über die Möglichkeit einer Gemein-schaftsproduktion miteinander ins Gespräch kommen und Sozialräume geöffnet werden“, fand Heinz Buschkowsky (l.). 800 bis 900 Hände seien an dem Projekt beteiligt gewesen, den längsten Schal Berlins zu stricken, schätzt Erika Rosenberger, die Leiterin des Nachbarschaftstreffs Sonnenblick, die die Aktion initiierte. Aufrufe vieler Berliner Quartiersmanagements hätten schließlich dazu geführt, dass sich  in fast allen Bezirken einzelne Strickerin-

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nen fanden oder Strickgruppen gründeten, die ihre Beiträge zum Riesenschal leis- ten wollten, ergänzte Gernot Zessin (r.). Allein 36 Schals, was 72 Metern entspricht, seien durch eine eigens gegründete Strickgruppe aus dem Bereich des Quartiers- managements Soldiner Straße im Wedding beigesteuert worden.

Auch für den Fall, dass heute bei der Auktion Wolliges übrig bleiben sollte, wurde bereits eine erwärmende Lösung gefunden: „Alle Schals, die nicht versteigert wer- den“, so Erika Rosenberger, „spenden wir  Wärmestuben und Obdachlosenheimen.“

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