Spenden aus Neukölln für zwei afrikanische Schulen

scheckübergabe albrecht-dürer-schule neukölln_afrikanische schulenGerannt sind sie, viele Runden gerannt, immer ums Tempelhofer Feld, und jede von den Schü- lerinnen und Schülern des Albrecht-Dürer-Gym- nasiums absolvierte Runde war bares Geld wert. Geld, das zuvor von der Neuköllner Schule bei Sponsoren eingeworben worden war, um später gespendet zu werden. „Am Ende waren etwa 12.000 Euro zusammen“, erzählte Schulleiter Rai- ner Kistermann (2. v. r.), „und ich bin unheimlich stolz, dass der Schülerrat beschlossen hat, ein Viertel des Geldes an zwei Schulen in Afrika zu spenden und damit unterstreicht, dass überall das gleiche Recht auf Bildung  herrschen sollte.“ Freitag haben Antonia Rau (3. v. r.) und Jonas Oth- mann (2. v. l.) stellvertretend für die Albrecht-Dürer-Schüler im Beisein von Neuköllns Schulstadträtin Dr. Franziska Giffey (r.) symbolische Spendenschecks im Wert von je anna-georgia takoh_antonia rau_franziska giffey_jonas othmann_neukölln1.500 Euro an Mitarbeiter der beiden afrikani- schen Bildungseinrichtungen übergeben.

Anna-Georgia Takoh (l.) nahm einen für den vor drei Jahren von Berliner Ingenieuren gegrün- deten Lelewal Woila e. V. entgegen, der sich in der Republik Kamerun engagiert. „Ich finde es sehr berührend, dass Jugendliche in anderen Ländern auch an die Kinder in Afrika denken und eine so große Summe für sie spenden“, sagte sie. Das Geld werde einer Grund- schule in der Nähe der Küstenstadt Limbe zugute kommen: „Wir setzen es für Kinder spendenübergabe albrecht-dürer-schule neukölln_afrikanische schul-projekteein, deren Eltern das Schulgeld nicht bezahlen können.“

Die finanziellen Möglichkeiten der Familie sind im rund 1.000 Kilometer weiter westlich gele- genen Benin nicht das Problem. „Unser Prob- lem ist, dass es in vielen Dörfern gar keine Schulen gibt“, berichtete Matthias Schellenber- ger (2. v. r.) vom Vorstand des Sonafa e. V.. Das afrikanische Schulsystem sei schlichtweg eine Katastrophe: „Die Folge ist eine An- alphabeten-Quote von 70 Prozent.“ Deshalb setzt sich der Verein, der vor 10 Jahren von einem Beniner gegründet wurde, der in Bielefeld Germanistik studierte, schwer- punktmäßig für das Bildungswesen in dem westafrikanischen Land ein. „Wir sanieren Schulen, die in einem baufälligen Zustand sind“, so Schellenberger, „oder bauen Schulgebäude in Dörfern, die keine Schule haben.“

Die Spende des Albrecht-Dürer-Gymnasiums, versprach er, werde in das Bauprojekt im Dorf Yokon fließen. Fast 250 Kinder besuchen die dortige Grundschule, die derzeit leider nur aus drei wetterfesten Klassenzimmern bestehe: „Drei weitere Klassen sind in zusammengezimmerten Gestellen untergebracht, die zwar Dächer, aber keine Wände haben. In der Regenzeit muss der Unterricht daher ausfallen.“ Das wolle der schulhof-umgestaltung albrecht-dürer-schule_neuköllnVerein jedoch der Bildung der Kinder zuliebe schnellstmöglich ändern.

Auch Stadträtin Dr. Franziska Giffey würdigte den Einsatz der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums im Körnerkiez: „Trotz der Lage in einem Brennpunkt hat sich die Schule schon immer auch außerhalb eigener Interessen stark engagiert.“ Perfekt sei auch am Albrecht-Dürer-Gymnasium, wo bis zum Jahresende die Pausenhof-Umgestaltung abge- schlossen sein soll, nicht alles, bestätigte Rainer Kistermann. Insofern hätten die Schüler die Runden um das Tempelhofer Feld nicht zuletzt für ihre eigene Schule gedreht: „Der Rest des Geldes ist für Schulprojekte und Spiel- und Sportgeräte.“ Von Zuständen, wie sie in afrikanischen Schulen herrschen, ist man in Neukölln jedoch weit entfernt.

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