Sieben auf einen Streich

call a bike-station herrfurthplatz_neuköllnIhr Anblick ist längst nichts Neues mehr. Schon seit August gibt es im Neuköllner Schillerkiez ein Pendant zu heterogen be- stückten Fahrradbügeln. Offiziell eingeweiht und „scharf geschaltet“, wie DB-Fuhrpark-Pressesprecherin Susan Saß es nennt, wurde die Call a Bike-Station vor der Apo- theke am Herrfurthplatz aber erst gestern Vormittag.

Für 15 der rot-silbernen DB-Stadträder ist in den betonierten Fahrradständern rechts und links des solarbetriebenen Bedien-Terminals Platz. Sind sie komplett beparkt, wird es auf dem Bürgersteig eng. Und das trägt im Kiez nicht gerade zur uneinge- schränkten Begeisterung über die Station bei. „Wir haben beim Bezirk Neukölln angefragt und diesen Platz zugeteilt bekommen“, erklärt Susan Saß das Prozedere. Der Deutschen Bahn jedenfalls, die ihre Mieträder-Flotte bis zum nächsten CaB-Stationen NeuköllnSommer in Berlin um 300 auf 1.750 und das Netz der Stationen um 50 aufstocken will, ist der Standort sehr recht, weil er zentral in einer prosperierenden Ge- gend liegt und das Radler-Paradies Tempelhofer Feld nah ist.

Bei sechs weiteren neuen Call a Bike– Stationen in Neukölln setzt der Bahn- Konzern auf andere Standortfaktoren: Gleich drei sind im Reuterkiez, zwei direkt an S-Bahnhöfen und einer auf der Rück- seite des Rathauses in unmittelbarer Nähe zur U-Bahn-Linie 7.

Rund 64.000 Kunden liehen sich im letzten Jahr in Berlin ein Mietrad der Deutschen Bahn, im ersten Halbjahr 2013 waren es bereits 2.000 mehr. Anders CaB-Station Herrfurthplatz_Neuköllnals beispiels- weise in München, wo die Räder im Winter ein- gesammelt und -gelagert würden, werde in der Hauptstadt, so Susan Saß, ein „ganzjähriges, flexibles System“ praktiziert. Für die Call a Bike- Station am Herrfurthplatz bedeute das, dass der Bestand von 15 Rädern „auf 10 bis 11“ reduziert wird. Letztlich hänge es aber vom Wetter und der Nachfrage ab, in welchem Umfang das Angebot aufrechterhalten bleibt. Nicht wetterabhängig ist dagegen das Bedien-Terminal: Dank eines Akkus funktioniert es auch, wenn – wie gestern Vormittag – die Sonne andernorts im Einsatz ist und Regen auf die Solar-kollektoren plätschert.

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