Die Macht der Bilder: Shitstorm über dem Tempelhofer Feld

1_tempelhofer feld_berlinEmpörung, hitzige Diskussionen, Ver- unsicherung. Seit vor einigen Tagen der zwei Jahre alte Blogbeitrag „Das teure Foto“ zu einer Revival-Tournee durch das weltweite Netz und seine sozialen Netzwerke aufbrach, ist der Wirbel groß. Denn in Berlin ist das Tempelhofer Feld mittlerweile zum Reizthema geworden – und den Be- treibern von der Grün Berlin GmbH 3_tempelhofer feld_berlinals verlängertem Arm des Berliner Senats, traut mancher inzwischen vie- les zu.

Ob wir auch bezahlen müssen, wenn wir Fotos vom Feld veröffentlichen? Ob es denn noch erlaubt ist, Bilder bei Facebook zu teilen, ohne eine Rechnung befürchten zu müssen? Ob man eine Fotogenehmigung einholen müsse, bevor man zum ersten Mal auf den Auslöser drückt?  Zahlreiche besorgte Mails, Facebook-Nachrichten, Anrufe und Twitter-Messages erreichten uns in den letzten Tagen. Wer Fotos vom Tempel- hofer Feldes in sozialen Netzwerken einstellte, erhielt als Kommentar häufig die wohlmeinende Warnung, dass man gelesen habe, dass für solche Bilder bezahlt werden müsse. Der Aspekt, dass es sehr wohl zwischen privater und gewerblicher 2_tempelhofer feld_berlinFotografie zu unterscheiden gilt, wur- de vom Shitstorm mitgerissen.

Auch Grün Berlin blieb das Phäno- men nicht verborgen. Auf unsere An- frage, wie es sich in Sachen „Foto- grafieren auf dem Tempelhofer Feld“ hinsichtlich der Genehmigungs- und Kostenpflichtigkeit verhält, kam von Projektmanager André Ruppert per E-Mail folgende Erklärung: „In der Tat 4_tempelhofer feld_berlingibt es derzeit eine hitzige Diskussion im Netz, die zum Teil sehr emotional geführt wird. Wir freuen uns daher über Ihre Anfrage und möchten an dieser Stelle deutlich machen, dass die Grün Berlin GmbH die Freiheit der Berichterstattung besonders schätzt und achtet und daher in keiner Weise versuchen wird, zu privaten Zwe- cken gemachte Fotos, Filme etc. in irgendeiner Form zu verhindern und deren Veröffentlichung zu behindern. Im Gegenteil: wir freuen uns, dass so viele Menschen das Tempelhofer Feld genießen und ihre Freude beim Besuch der Fläche durch das Einstellen von digitalen Inhalten im Internet zum Ausdruck bringen.“

Gleichwohl machte Ruppert klar, dass für gewerbliches Fotografieren ein anderes Prozedere gilt: „Wie es auch in unseren anderen Parkanlagen der Fall ist, erheben wir für kommerzielle Produktionen (Film, Fernsehen, Foto, Musikvideos) auf dem Tempelhofer Feld eine Motivmiete. Dieses Geld fließt in die Bewirtschaftung der Fläche und senkt den Anteil an öffentlichen Steuermitteln, die vom Land Berlin für den Unterhalt der Fläche ausgegeben wird. Davon ausgenommen sind – wie bereits erwähnt – selbstverständlich Aufnahmen, die Privatbesucher für den eigenen Gebrauch hier machen. Journalisten erhalten im Rahmen der täglichen Bericht- erstattung ebenso wie studentische nichtkommerzielle Produktionen nach Anmel- dung eine kostenfreie Erlaubnis für Foto- und Filmaufnahmen.“

Eine Antwort

  1. Veilleicht muss Grün Berlin ihre „Wächter“ vor Ort noch mal schulen, denn die scheinen den Unterschied nicht zu kennen zwischen Privat, Journalistisch und Gewerblich… Da kriegt man viel dummes zu hören, ohne jetzt Jemanden beleidigen zu wollen.

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