Tummelplatz Richardplatz

1_alt-rixdorfer weihnachtsmarkt_neuköllnWer in der Adventszeit ein Pendant zu Weih- nachtsmärkten mit Fahrgeschäften, Los- und Imbissbuden, dröhnender musikalischer Be- schallung und Ständen mit bunten blinkenden Lichterketten sucht, findet das an diesem Wo- chenende auf dem Neuköllner  Richardplatz.

Gestern Nachmittag wurde dort zum 40. Mal der Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt eröffnet: buschkowsky_eröffnung alt-rixdorfer weihnachtsmarkt_neuköllnvon Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky, der kraft seines Amtes auch morgen wieder auf der Bühne steht, um sich bei der tra- ditionellen Versteigerung herber Re- bensäfte aus Neukölln als Auktionator zu betätigen.

Überhaupt werden Traditionen beim bedeutendsten Weihnachtsmarkt im lampen-abholung_alt-rixdorfer weihnachtsmarkt_neuköllnBezirk groß geschrieben. Zur Beleuchtung der Stände dienen Petro-leum-Lampen. „250 halten wir bereit“, sagt der Mann im THW-Zelt, wo die  Laternen abgeholt  werden müssen. Die

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2_alt-rixdorfer weihnachtsmarkt_neuköllnSchlange der Wartenden reicht bis zur Bühne. Ent- sprechend düster ist es noch an vielen Ständen. Zwei Besucherinnen, die erstmals am Eröffnungstag auf dem Weihnachtsmarkt sind, sind irritiert. Am zweiten und dritten Tag sind die Auswirkungen des sich wie- derholenden Prozederes der Lampen-Abholung ver- gleichsweise unauffällig, weil der Weihnachtsmarkt dann bereits am frühen Nachmittag, wenn es noch hell  ist, öffnet. „Könnte  man das denn  nicht so organisieren, dass  alle  Stände  be-

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5_stände_alt-rixdorfer weihnachtsmarkt_neuköllnmisteln_alt-rixdorfer weihnachtsmarkt_neukölln1_stände_alt-rixdorfer weihnachtsmarkt_neukölln

leuchtet sind, wenn die Besucher kommen?“, fragen sich die beiden Frauen, die extra aus Spandau angereist sind. Für die Leute hinter den noch dunklen Ständen sei es doch ärgerlich, dass sie ihre schönen Sachen erst mit Verspätung vernünftig prä- sentieren können.

Die Leute hinter den Ständen sind beim Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt keine gewerb- lichen Händler, sondern – auch das hat Tradition – gehören Vereinen, karitativen Einrichtungen, Verbänden und Initiativen. Für viele von ihnen ist der Verkauf von Selbstgebasteltem,  -getöpfertem, -gestricktem, -genähtem, -gemaltem,  -gekochtem

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und -gebackenem in der einzigartigen Atmosphäre des Weihnachtsmarktes auf dem Richardplatz eine der wichtigsten Einnahmequellen für ihre Arbeit. Trotz der nicht un- beträchtlichen Standmiete, die der Bezirk als Veranstalter erhebt. Von über 300 Euro dorfkirche_alt-rixdorfer weihnachtsmarkt_neuköllnist die Rede; wird beispielsweise für das Erhitzen von Getränken Strom gebraucht, kommt ein Aufschlag dazu. Der habe schon in man- chem Jahr mit unwinterlichem Wetter richtig weh getan, sagt ein Mann hinter zwei dampfenden Töpfen. „Aber jetzt bei Schnee und Frost werden Glühwein und Kinderpunsch die Renner sein“, prognostiziert er.

Der Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt ist noch heute von 14 bis 21 Uhr und morgen  von 14 bis 20 Uhr geöffnet.

=ensa=

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