Statt Hirn

Schmierereien am Sockel, zertrümmerte Gedenktafeln, Taubenkot auf dem Kopf und den Schultern, Schriftzeichen und Graffiti an den Stiefeln und am Mantel – die bronzene Statue des Turn- vaters Friedrich Ludwig Jahn im Volkspark Hasen- heide hat sich in den letz- ten 140 Jahren schon eini- ges gefallen lassen müs- sen. Mit den aktuellen Van- dalismusschäden ist nun eine neue Dimension der Zerstörungslust am vor ei- nem Jahr sanierten Denk- mal erreicht:

Seit vorletzter Woche sind nicht nur erneut die Ehren- tafeln am Sockel mit Farb- schmierereien überzogen, sondern steckt zudem Jahns Kopf in einem mit Bauschaum ausgefüllten blauen Sitzball. „Das ist nichts, was man spontan tut, sondern war eindeutig geplant“, echauffierte sich der Neuköllner Baustadtrat Thomas Blesing dieser Tage am Rande einer Ver- anstaltung. Schon Ende September habe es einen Anschlag auf das Jahn-Standbild gegeben: „Rund 3.000 € hat das Bezirk aus dem Etat investiert, der eigentlich für die Pflege der Grünanlagen im Bezirk gedacht ist, um die Bitumen-Schicht, die über das Denkmal gekippt wurde, wieder zu entfernen.“ Für die Beseitigung der aktuellen Schäden, schätzt Blesing, würde ein ähnlicher Betrag fällig werden. „Deshalb lassen wir das Denkmal jetzt erstmal so wie es ist.“

„Mehr als Bauschaum können die auch nicht im Kopf haben, die das gemacht haben“, stellte ein Spaziergänger beim Anblick der verschandelten Statue fest. Laut Blesing gibt es gesicherte Erkenntnisse, dass die Vandalismus-Schäden linken Gruppierungen zuzuordnen sind. Begründet werden die Aktionen damit, so der Baustadtrat, dass „Turnvater Jahn eine rechte Socke“ gewesen sei.

=ensa=

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