Der Irre entgangen

Erregte Diskussion zwischen zwei Männern im besten Rentenalter auf der Karl-Marx-Straße. In Höhe der Magdalenenkirche stehen sie, wedeln mit den Armen und zeigen ein herz für touris, berlin-neuköllnabwechselnd mal in nordwest- liche und mal in östliche Rich- tung.

Ein paar Schritte entfernt zwei junge Leute, offensichtlich Tou- risten, die spanisch miteinander sprechen während sie etwas in ein Smartphone tippen, und dann entschlossen Kurs auf den S-Bahn-Ring nehmen.

Dass der Anlass für ihren Dis- put weg ist, merken die beiden Männer erst, als die Touris schon außer Sichtweite sind. Er wolle, sagt der, der die Ortsunkundigen in Richtung Rollbergkiez geschickt hätte, einen Besen fressen, wenn sie dort nicht auf die Brusendorfer Straße gestoßen wären. Er lebe zwar erst seit 25 Jahren in Neukölln, entgegnet der andere, habe das aber einige Jahre an der Ecke Briese-/Bornsdorfer Straße getan. Der bisher phonmäßig Überlegene wird plötzlich ganz leise: „Da hab ich doch glatt die Brusendorfer- mit der Bornsdorfer Straße verwechselt. Ersparen Sie mir das mit dem Besen und gehen mit mir ’ne Molle zischen? Ich lad Sie ein.“

Eine Antwort

  1. Aber das kennt man doch, ist ja auch nicht böse gemeint, aber Fragen nach dem Weg irritieren eigentlich immer. Beim letzten Mal habe ich so mit den Armen gefuchtelt als ich versuchte den Weg zu erklären, dass ich aus versehen einen vorbei gehenden Passanten geschlagen habe. Peinlich ist es mir wenn ich in der Straße oder einige Meter vor der Straßenecke stehe nach der gesucht wird und ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern kann wo die Straße ist. Berlin hat viel zu viele Straßennamen.

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.