Ein Herz fürs Neuköllner Rathaus

ein herz reist durch berlin, rathaus neukölln, gerhard hoffmannEs wäre zwecklos, die Situation beschönigen zu wollen. Falko Liecke sieht auf das große rote Herz neben dem Eingang zum BVV-Saal: Liebe? Nein, viel Liebe gebe es nicht bei den Versammlungen der Neuköllner Bezirks-ein herz reist durch berlin, rathaus neukölln, falko liecke, luci van org, roman shamovgerhard hoverordneten. „Da sind eher Streit und Aus- einandersetzungen auf der Tagesordnung“, hält der Stadtrat für Jugend und Gesund- heit realistisch fest. Von Hass spricht Liecke nicht. Das wäre wohl auch der falsche Begriff für Antipathien, die auf unterschiedlichen Parteibüchern, kontroversen politischen Anliegen oder dem Streben nach Sieg statt Niederlage basieren.

„Es gibt Liebe, warum hasst du?“  steht in weißer Schrift auf dem schwarzen Sockel, der das knallrote Herz aus Kunstharz trägt. Der Berliner Künstler Gerhard Hoffmann hat es geschaffen, um zum Nachdenken über die Liebe und das, was Hass an- ein herz reist durch berlin, rathaus neukölln, luci van org, roman shamovrichtet, zu bewegen. Die Plastik versuche, sagt Falko Liecke, einen Kontext zwischen der Liebe unter ver- schiedenen Kulturen und der unter Menschen unterschiedlichen oder gleichen Geschlechts her- ein herz reist durch berlin, rathaus neukölln, yaron shamir, luci van org, roman shamovzustellen. Sie wer- be für Toleranz und gegenseitiges Verständnis.

Imposant unter- strichen wurde das Motiv des Künstlers bei der Vernissage: Luci van Org, die 1994 als Lucilectric mit dem Song „Mädchen“ die Singlecharts stürmte, und Roman Shamov  machten das Rathaus zum Konzertsaal und hoben dessen akustische Qualitäten hervor. Eine bedrückende Soundcollage diente dem israelischen Tänzer Yaron Shamir als Kulisse für seine Performance, die die gesamte Bandbreite der Gefühle zwischen Liebe und Hass, zwischen Antisemitismus und Lebensfreude ein herz reist durch berlin, rathaus neukölln, yaron shamir, luci van org, gerhard hoffmann, roman shamovwiderspiegelte.

Im November 2010 begann Gerhard Hoff- manns Herz-Installation seine Reise durch Berlin. „Die Station hier im Neuköllner Rathaus ist die 19., Start war im Rathaus Schöneberg“, berichtet der 66-jährige Künstler, der zu einer der Kultfiguren der Berliner Lesben- und Schwulenszene wur- de, seit er 1977 das Café „Anderes Ufer“ eröffnete. Zu sehen ist das Herz  bis zum 31. August werktags während der Rat- haus-Öffnungszeiten. Anschließend, sagt Hoffmann, werde es zum Amtsgericht Tiergarten weiterreisen: „Und im November kehrt es wieder ins Rathaus Schöneberg zurück.“

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