Wer’s glaubt …

Früher war alles … anders: Wer noch vor einigen Jahren auf die relative Schnelle per Inserat einen Nachmieter für seine Wohnung im Norden Neu- köllns suchte, hatte weitgehend seine Ruhe und es bestenfalls mit einem überschaubaren Kreis potenzieller Inte- ressenten zu tun.

Werden heute für eine Wohnung in Neukölln neue Mie- ter gesucht, ähnelt der Menschenauf- lauf vor der Haustür oft einer Spontan-Demo. Daran ändern auch die nichts, die vorher schon da waren, um die Mär vom Außenklo zu suggerieren oder mit ihren ideologischen Visionen frisch gestrichene Hauswände zu verschandeln und sich so in Abschre- ckung zu versuchen.

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8 Antworten

  1. Auf jeden Fall wird die Schrift der Parolen bereits schöner! Auch die Subkultur wertet sich auf. Wenn das nix ist!

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  2. Ich find es lobenswert wenn Menschen sich gegen Verdrängungs-Prozesse einsetzen, sich ihre Protest-Formen suchen und zB eine Hauswand beschmieren!

    Und ich finde es zum KOTZEN wenn Menschen sich nicht für diesen Prozess interessieren und mit einem grunz-zufriedenen-lächeln die Augen davor verschließen, dass sie gerade direkter Bestandteil dieses Prozesses (geworden) sind.

    Da dieser Prozess fester Bestandteil des kapitalistischen Marktes ist, ist dieser in „diesem Gesellschaftsystem“ nicht wegzudenken. Mensch kann ihn aber kritisch begleiten und diejenigen unterstützen die verdrängt bzw. bedroht sind verdrängt zu werden! Alles andere ist unsolidarisch!

    Eine beschmierte Hauswand ist außerdem, meiner Meinung nach (und die läst sich nicht überstreichen) viel schöner als der ganze leblose und kalte frischgestrichene Scheiß, genannt „frischgestrichenehauswand“. Jedoch muss mehr passieren, als nur Parolen zu schmieren…

    also ARSCH HOCH!

    GLOBALER AKTIONSTAG FÜR EINE ANDERE GESELLSCHAFT
    AM SAMSTAG, 12. MAI 2012
    STERNEN-MARSCH BERLIN
    TREFFPUNKT NEUKÖLLN: KOTTBUSSER BRÜCKE
    http://12mai-berlin.org/

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    • Eine beschmierte Hauswand ist und bleibt eine Sachbeschädigung fremden Eigentums – wie vereinbart sich das mit einem „gerechten und solidarischen Miteinander“ (siehe Link) ???

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      • Richtig, das ist total unvereinbar.
        Und die „Zeche“, d. h. die ständigen Überpinselungsaktionen, zahlen die aktuellen Mieter. Wenn die Beschmierer wenigstens da Solidarität zeigen würden …

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        • @ MC: Das verdrängen von Menschen aus ihrem Lebensraum ist unmenschlich. Wer sich gegen unmenschliches wehrt braucht sich nicht solidarisch mit dem/der Übeltäter*in zu zeigen. Da ist das Mittel eine Hauswand zu beschmieren legitim, wenn Mensch vertrieben wird.

          Hauseigentümer*innen streichen fette Profite ein, nur weil sie Wohnraum besitzen. Daran ist schon grundlegen etwas unmenschlich. Zudem, ein Graffiti an der Hauswand kostet sie noch nichtmal etwas, wenn sich sich daran nicht stören. Und selbst wenn doch, ist das ein minimaler Kosten-Aufwand – ein Kollateral-Schaden wenn du Besitzende*r bist.

          Und niemand sagt, dass Wohnraum zerstört, unbewohnbar gemacht werden soll. Eine Sachbeschädigung ist ein gemachtes Gesetz. Wenn Menschen vertrieben werden, ist das Gesetz der Menschlickeit gebrochen worden. Erzähl uns also nicht, dass eine beschmierte Hauswand schlimm sei.

          @ Ensa: Zeig mir einen aktuellen Fall, in dem eine Mieterhöhung damit begründet wurde, dass ständig die Haus-Fasade neu gestrichen werden muss. Wenn sowas passiert, dann ist es ein Vorwand dafür, noch größere Profite aus den Menschen und ihrem Grundbedürfniss wohnen heraus zu pressen.

          Hier ein Link was SOLIDARITÄT meint und wie sie funktioniert:
          http://de.wikipedia.org/wiki/Solidarit%C3%A4t

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          • @Pony: Oh ja, du hast ja so recht. Alles ist entweder nur Schwarz oder nur Weiß, was für eine Wetlanschauung…. (kopfschüttel)

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          • wer würde denn nochmal häuser bauen, wenn er keine miete dafür verlangen könnte?

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    • ….außerdem sind viele Häuser gegen Graffiti/ innere Unruhen versichert. Eine höhere Schadensquote kann eine höhere Versicherungsprämie zur Folge haben. Die Kosten der Versicherung sind Teil der Betriebskosten. Höhere Betriebskosten = höhere Mieten.

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