Großputz in Neubritz

frühjahrsputz-aktion pro neubritz e.v., carl-weder-park, neuköllnNach gut 1 1/2 Stunden hatten sie genug: Manchem ziepte es im Rü- cken, anderen in die Knien und wiederum andere hatten schlichtweg Hunger.  Dabei war das, was sie vorgestern unter blauem Himmel und strahlender Sonne getan hatten, ziemlich unappetitlich. Rund 20 Leute ließen sich vom proNeubritz e. V. motivieren, in grellorangen Kehren- bürger-Westen einen Frühjahrsputz im Carl-Weder-Park  zu machen. „Mit so vielen hatten wir absolut nicht gerechnet“, staunt Bertil Wewer, der als Vorsitzender des Stadtteilvereins die Aktion organisierte und dabei auch auf unerwartete Tücken stieß. Man dürfe  keinesfalls glauben, dass die Berliner Stadtreinigung (BSR) bürgerschaftliches Engagement zugunsten eines saubereren Wohnumfelds mit großem Enthusiasmus unterstützt, frühjahrsputz-aktion pro neubritz e.v., carl-weder-park, neuköllnsagt er. „Ich dachte schon, dass die eigene Leute schicken, die mit anpacken. Aber das war wohl nix.“ Die Ausrüstung – bestehend aus Kehrenbürger-Wes- ten, hölzernen Greifzangen, Hand- schuhen und blauen Müllsäcken – sei vorher angeliefert wor- den und damit hatte es sich. Fast zumindest, denn dazu kam auch noch das logistische Problem rund um die Abholung der Säcke.

Plastikbecher, -tüten und -flaschen, Zigarettenkippen, Eispapier, bunte Süßigkeiten-Verpackungen, Taschentücher, Hundekot-Beutel, Silvesterböller und -raketen: Auf den Rasenflächen und im Gebüsch der Grünanlage über der A100 fand sich alles wieder, was perfekt in Mulleimern aufgehoben wäre. Doch eben die sind Mangelware im Carl-Weder-Park, muss auch Neuköllns Sozialstadtrat Bernd Szczepanski feststellen, der ebenfalls unter den Frühjahrsputzern war. „Das Problem ist“, weist er auf die Besonderheit des begrünten Autobahn-Deckels hin, „dass eigentlich die Bundes-frühjahrsputz-aktion pro neubritz e.v., carl-weder-park, neuköllnautobahn-Verwaltung für die Pflege zuständig wäre, die das aber an den Bezirk übergeben hat und dem das Geld fehlt.“

Manfred Gresens kann das Wort „Geld“ im Zusammenhang mit der zunehmenden Vermüllung Berlins nicht mehr hören. „Na- türlich braucht die Stadt mehr Mülleimer, aber sie braucht auch mehr Einwohner, die sich für ihre Stadt mit- verantwortlich fühlen“, findet der umtriebige Neubritzer, der vor vier Jahren die Initiative „Gegen Schmutz in Berlin“ gründete. „Gucken Sie doch, die Situation haben wir ja jetzt auch wieder: Ein paar Leute rackern sich ab und sammeln den Dreck ein – und die anderen sehen ihnen dabei zu.“ Es sind aber nicht nur die BSR, die Politiker frühjahrsputz-aktion pro neubritz e.v., carl-weder-park, neuköllnaller Ebenen und die Berliner, die Gresens in die Pflicht nehmen will. „Wir haben 60 Tipps für eine sauberere Umwelt erarbeitet“, erzählt er. Einer davon ist so praktikabel wie einleuchtend: „Hundefutter-Hersteller könnten doch einfach an jede Büchse einen Hundekot-Beutel kleben.“  Bei den Fabrikan- ten stieß dieser Vorschlag allerdings bisher auf keinerlei Interesse. „Die verschenken lieber Zahn- pflege-Sets für Welpen“, kritisiert der Rentner und schüttelt verständnislos den Kopf. Das mit der Hundekacke sei aber auch nicht mehr so problematisch wie vor 10 Jahren, findet einer aus dem ehrenamtlichen Putztrupp, als sich die Gruppe auf zum gemeinsamen Kartoffelsuppe-Essen am Kulturbunker macht: „Es ist schon üblicher frühjahrsputz-aktion pro neubritz e.v., carl-weder-park, neukölln, kulturbunker neuköllngeworden, einen Plastikbeutel mit auf die Gassirunde zu nehmen.“ Wenn der im Gebüsch statt im Müll landet, ist das zwar auch nicht im Sinne der Erfinders, aber unter Entsorgungs- gesichtspunkten doch weniger eklig.

15 große blaue Müllsäcke sind es am Ende, die von den Neubritzern mit Dreck aus dem Carl-Weder-Park ge- füllt wurden. „Dann wollen wir mal hoffen, dass die BSR sie auch wie zugesagt übermorgen am Sammelplatz abholt“, sagt Bertil Wewer. Da der die Bedingung zu erfüllen hatte, nicht öffentlich zugänglich aber per LKW-Greifarm erreichbar zu sein, musste der Vorgarten eines proNeubritz-Vereinsmitglieds als Zwischenlager herhalten.

=ensa=

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Eine Antwort

  1. 2003 führten wir Verhandlungen mit der BSR und dem Bezirksamt, damit Hundekottütenspender und für deren Entsorgung weitere spezielle Behälter im Schillerkiez angebracht werden konnten. Die Idee, die Hersteller der Hundenahrung für die Kotentsorgung mit in das Boot zu nehmen, hatten wir damals auch schon. Unsere Anfrage wurde von einem Unternehmen mit der Zusendung von 100 Hundekottüten , die nicht in unsere Spender paßte! Damals nicht und wie man hört, auch heute nicht!

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