Drei Pfund voller Spuren jüdischen Lebens in Neukölln

Glücklicherweise gibt es im Neuköllner Rathaus größere Räume als das Köln- Zimmer. Das wäre nämlich vorgestern Abend aus allen Nähten geplatzt, so groß war der Andrang derer, die an der Präsentation des Buches „Zehn Brüder waren wir buchpräsentation "zehn brüder waren wir gewesen ... spuren jüdischen lebens in neukölln", verlag hentrich & hentrichgewesen … Spuren jüdischen Lebens in Neukölln“ teilnehmen wollten. Deshalb wurde die Veranstal- tung kurzerhand in den BVV-Saal verlegt.

Am Vormittag hätten in dem noch Kinder einer Neuköllner Schule gesessen, um etwas über den Bezirk und die Kommunalpolitik zu erfahren, be- richtete Kulturstadträtin Franziska Giffey: „Für die Schülerinnen und Schüler ist vollkommen unvor- stellbar, was damals in der NS-Zeit auch in unserem Bezirk passiert ist.“ Entsprechend nötig sei es, immer wieder von diesem Kapitel der Geschichte zu erzählen. „Die Erziehung zu Demo- kratie, Respekt und Toleranz“, so Giffey, „muss unser wichtigstes Ziel sein.“ Neukölln betreibe daher eine sehr aktive Gedenkarbeit, die sich einerseits durch Stolpersteine als  Stück bürgerschaftlicher Erinnerungskultur im öffentlichen Raum zeige, ande- rerseits aber auch durch das von Kulturamtsleiterin Dorothea Kolland für das buchpräsentation "zehn brüder waren wir gewesen - spuren jüdischen lebens in neukölln", hentrich & hentrich, bvv-saal rathaus neuköllnBezirksamt herausgegebene Buch über die Spuren jüdischen Lebens in Neukölln.  Als eines der wichtigsten Bücher der Bezirkshistorie bezeich- nete Giffey das von 28 Autoren erstellte 608-Seiten-Werk, das glei- chermaßen eine Quelle an Wissen sei wie auch Geschichte sichtbar mache. Es erinnere in beeindrucken- der Weise daran, in welchem Ausmaß Menschenleben und Kultur von den Nazis vernichtet wurden.

„Ich lese seit Freitag unaufhörlich in dem Buch“, bekannte dann auch Hermann Simon, nachdem er ans Rednerpult getreten war. Neukölln habe, so der Direktor der Stiftung Neue Synagoge Berlin, mit der Publikation, die den Fokus auf die Juden in verlag hentrich & hentrich berlin, "zehn brüder waren wir gewesen ... spuren jüdischen lebens in neukölln"der Bezirksgeschichte legt, eine Vorreiter- rolle eingenommen. Schon vor fast einem Vierteljahrhundert war die erste Auflage des Bandes erschienen, die seit vielen Jahren vergriffen ist. Die nun veröffentlichte überarbeitete und erweiterte Neuauflage werde garantiert nicht die letzte sein, meinte Hermann Simon, während Archiv- Fotos der zerstörten Synagoge in der Isarstraße auf eine Leinwand projiziert wurden. „Wir sehen uns also 2036 bei der Präsentation der 3. Auflage wieder“, kündigte der heute 62-Jährige schmunzelnd an.

Dorothea Kolland lächelte skeptisch zurück: Im Herbst wird sie 65 und nach 31-jähriger Tätigkeit als Leiterin des Neuköllner Kulturamts pensioniert. Restlos verlag hentrich & hentrich berlin, "zehn brüder waren wir gewesen ... spuren jüdischen lebens in neukölln"überzeugt ist sie jedoch vom Wert der von ihr herausgegebenen Publikation: Wie wichtig das Erinnern an das ist, was Menschen erlebt haben, habe kürzlich Marcel Reich-Ranicki mit seiner großartigen Rede im Bundes- tag verdeutlicht. „Dieses Erinnern ist deshalb auch die wichtigste Aufgabe des Buches. Es soll Menschen und ihre Geschichten in die Köpfe der Leserinnen und Leser bringen“, so Dorothea Kolland. Ihr Wunsch sei es, dass „Zehn Brüder waren wir gewesen … Spuren jüdischen Lebens in Neukölln“ als Basiswissen in den Neuköllner Schulen verankert wird. Es täte dem Bezirk gut, wenn sich dieser Wunsch erfüllen würde.

Das bei Hentrich & Hentrich erschienene Buch kann über den Online-Shop des Verlags bezogen werden. Es wiegt 1.520 Gramm und kostet 29,90 Euro.

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