Positive Schwingungen in einem Berliner U-Bahn-Tunnel

Lange Zeit ging ich nicht gerne in den U-Bahnhof Schönleinstraße, der auf der Strecke der U8 direkt unter der Bezirksgrenze zwischen Neukölln und Kreuzberg liegt. Das hat sich gebessert seit dort leckere japanische Reispäckchen verkauft und von mir verzehrt werden. Aber jetzt hat eine unbekannte Künstlerin oder ein Künstler – ich u8 berlin, schönleinstraße, schönseinstraße, foto: reinhold steinletippe aber auf eine Frau, weil es so einfallsreich und kreativ ist – den U-Bahnhof verwandelt.

Als erstes wurde er in Schönsein- straße umbenannt. Und vom eigenen Schönsein kann man sich gleich überzeugen, wenn man in einen dort angebrachten Spiegel schaut: „Du foto: reinhold steinlesiehst toll aus“ bestä- tigt der. An die Berlin-Touristen und die immer zahlreicheren englisch- sprachigen Berliner aus Amerika, England oder Grie- chenland hat der/die unbekannte Künstler/in auch gedacht:  u8 schönleinstraße berlin, king of the day, foto: reinhold steinleRichtig positioniert werden sie mit dem Titel „King of the day“ geadelt. Das greift doch tatsächlich meine Idee auf, dass wir täglich einen neuen Bundespräsidenten/ eine neue Bundespräsidentin bekommen sollten: Ein Tag müsste doch skandalfrei rumzukriegen sein.

Durch die neue Station Schönseinstrasse und die dort zahlreich angebrachten Spie- gel kann man im Nu neues Selbstbe- wusstsein tanken. Ich sehe schon Berliner/innen aus Charlottenburg, Marzahn und anderen Bezirken in der U-Bahnstation Schönseinstraße aussteigen, um sich dort für ein anstehendes Vorstellungsgespräch oder ein Date in eine positive Schwingung zu bringen. Der/die Künstler/in ist jedenfalls mein King, meine Queen of the day.

=Reinhold Steinle=

Samstag ist Reinhold Steinle wieder als Stadtteilführer in Neukölln unter- wegs: Um 15 Uhr startet seine Tour durch den Richardkiez. Seine „Entdeckungen im Reuterkiez“, die unweit der besagten U8-Station beginnen, zeigt er am 17. März zum nächsten Mal.

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