Alle Jahre wieder …

… ist plötzlich Winter. Wer konnte damit rechnen?

So, dann hatten wir jetzt 2012 in Berlin und somit auch in Neukölln immerhin drei Tage mit Schneefall. Der erste Tag lieferte uns einen knappen Zentimeter lockeren Schnee, der ohne Zutun am nächsten Tag wegsublimiert wäre. Dies war natürlich das  Zeichen für die Winterdienste, die wahrscheinlich vor lauter Langeweile voller Tatendrang waren, die Radwege entlang der Oderstraße und des Columbiadamms zentimeterdick mit Split zu bedecken. Denn klar, Split hilft gerade bei so kleiner Auflagefläche wie einem Fahrradreifen ganz immens!

Das Streuen von Radwegen ist im Straßenreinigungsgesetzt explizit nur bei extremer Glätte zugelassen, das muss ich der BSR oder ihren Sub- unternehmern sicher nicht erklären. Die parallel geführten Gehwege wurden entweder nur vorbildlich freigefegt und waren entsprechend gut – wenn auch illegal – befahrbar. Oder sie wurden gar nicht geräumt, was natürlich dazu führte, dass Fußgänger auf dem für sie gesplitteten (Rad-)Weg liefen.

Nunja, der Schnee war vorerst weg, der Split blieb. Dann kam es zur zweiten Katastrophe: ganze drei Zentimeter Schnee, die auch noch liegen blieben. Hier trat man aber natürlich erst einen Tag später in Aktion. Wer will schon Samstag oder Sonntag vor die Tür? Was wurde getan? Zufällige Wege mit möglichst wenig Aufwand geräumt – nur nicht zweimal die selbe Strecke fahren, um die gesamte Breite zu räumen. Zweispurige Radwege wurden nur irgendwie in der Mitte gefegt und natürlich brav gesplittet. Teilweise wurde auch gar nichts getan, die Radfahrer fuhren sich also an Hauptverkehrsadern wie zum Beispiel am Columbiadamm selber die Spur frei. Denn wozu sollte man auch Radwege räumen? Es blieb also bei Lippenbekenntnissen des letzten Jahres.

Meine Frage ist: Wie faul oder merk- befreit darf man bei einem Winter- dienst sein, der in diesem Winter bisher viel Standby aber nur drei Tage Arbeit hatte? Der gesunde Men- schenverstand sagt doch, dass Kurven besonders gefährlich sind, wenn sie schneebedeckt sind und dass sich ein luftgefüllter Fahrradreifen nicht mit scharf- kantigem Split verträgt. Gibt es keinen Sand mehr zum Abstumpfen der Wege? Oder ist es gar Anweisung, maximal die Hälfte der Wege zu räumen und besonders die Gefahrenzonen zu ignorieren? Wird nur nach GPS-Karte gefahren und das ZNS bleibt derweil aus?

Wenn die Berliner Stadtreinigung oder ihre Subunternehmer Nachhilfe in Sachen „Was macht Sinn beim Radwegräumen?“ brauchen, stelle ich mich gerne zur Verfügung. Ich denke viele der Radpendler, die mit mir die Oderstraße und Umgebung benutzen, haben sicherlich auch noch den ein oder anderen Hinweis abzuliefern. Was uns allerdings neben dem schlechten Beigeschmack des erneuten Winterdienst-Versagens  bleibt, das sind – geschätzt: bis März – die Splitschichten.

=Ze evil Kohl=