Begegnung der anderen Art: Expedition trifft Demonstration

Gestern Nachmittag im Neuköllner Schillerkiez: Wochenmarkt auf dem Herrfurthplatz, mehr Inventar des städtischen Fuhrparks als Privatautos rund um die Genezareth-Kirche, viele Leute im schwarzen Demonstranten-Outfit und Polizeibe- amte in obligatorischen Schutzmon- turen zwischen Anwohnern und Spa- ziergängern. Und mittendrin: Rein- hold Steinle samt Aktentasche und Gerbera und mit einer Gruppe im Gefolge, die sich von Neuköllns pro- minentestem Stadtführer den Schiller- sowie den benachbarten Rollbergkiez zeigen lassen will.

Knapp 10 Frauen und Männer waren diesmal dabei, obwohl das Wetter eher dazu einlud, es sich an der warmen Heizung gemütlich zu machen. Die Temperatur schaffte es nicht ins Plus, lag gefühlt sogar im zweistelligen Minusbereich. „Ein Mann schwächelte schon etwa eine Viertelstunde nach dem Start und verabschiedete sich wegen der Kälte“, erzählt Reinhold Steinle. „Wir anderen sind dann aus rein kul- turellem Interesse länger im Schillerpalais und in der Genezareth-Kirche geblieben, man könnte aber auch sagen: Wir wollten uns in beiden Orten aufwärmen.“

Die Demonstration beeinflusste die Dauer der Kiezerkundung erheblich weniger: „Wir liefen einfach zwischen den ganzen Grünen und Demonstranten hindurch. Einige Polizisten schmunzelten und andere schauten erst recht ganz streng.“ Wofür oder gegen was die Protestler auf den Beinen waren, wussten weder Steinle, noch seine Expeditionsteilnehmer, noch die von ihnen befragten Passanten. Das erfuhren manche erst durch die Meldung im ersten Nachrichtenblock der rbb Abendschau (ab 1:29 Min.). Auf die Frage eines Teilnehmers, ob Demonstrationen im Schillerkiez ein Dauerzustand seien, hatte Steinle dagegen sehr wohl eine Antwort: „Ich konnte ihn beruhigen und das zum Glück verneinen.“ Die nächste Möglichkeit, sich davon zu überzeugen, gibt es am 25. Februar: Dann sind die International Urban Operations Conference und der 15. Europäische Polizeikongress schon Vergangenheit.

=ensa=

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