Rot gesehen

Rot dominierte gestern an der Hermannstraße auf dem Bürgersteig zwischen dem Eingang zum Kindl Boulevard und der Roll- bergstraße. Wer aus Rich- tung Hermannplatz kam, musste zuerst am SPD– Pavillon (weiße Schrift auf rotem Grund) vorbei: In ei- nem Atemzug mit der Fra- ge „Darf ich Ihnen unse- ren Kandidaten vorstel- len?“ erhielt man die Par- tei-Gazette „Berliner Stadtblatt“, einen Promo-Flyer des Kandidaten und eine Tüte mit einem Weißmehl-Brötchen in die Hand gedrückt. Erol Özkaraca, eben jener Kandidat, hätte sich auch höchstselbst vorstellen können, zog es aber vor, sich im Hintergrund zu halten und die rote Schrift auf der Tüte nebst der drögen Schrippe sprechen zu lassen.

Nur wenige Schritte weiter hatte Die Linke ein Tisch- chen samt Schirm mit identischer Farbkombination aufgebaut. Für das leibliche Wohl der Passanten hatten die beiden freundlich-zurückhaltenden Wahl- kämpfer nichts parat. Auch darauf, einen Kandidaten vorgestellt zu kriegen, musste man hier verzichten. Dafür kamen Papierfetischisten auf ihre Kosten.

Mit selbem farblichem Corporate Design aber einer vergleichsweise großen An- gebotspalette wartete dagegen KIK auf. Hier, an der Ecke Rollbergstraße, wurde der Schlusspunkt hinter die rote Dominanz gesetzt. Auf dem Wahlzettel wird man die drei Buchstaben links der Mitte des Alphabets aber vergeblich suchen.

=ensa=

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