Phänomenales in Neukölln

Normalerweise sind die Neukölln Arcaden ein Einkaufscenter wie viele andere – wenn man mal davon ab- sieht, dass sie von vielen immer noch „Forum Neukölln“ ge- nannt werden, obwohl sie schon seit fast 10 Jahren nicht mehr so heißen. Es gibt die üb- lichen Läden, ein Eis- café, eine Buchhandlung, eine Postfiliale, ein Multiplex-Kino, Rolltreppen, Aufzüge und als high- lightverdächtiges Extra einen großartigen Panoramablick von den oberen Parkhaus-Etagen. An der Aussicht bis zur Peripherie Berlins lag es aber nicht, wenn der Aufenthalt in den Neukölln Arca- den in den ersten beiden Mai-Wochen bei manchem etwas länger dauerte.

Schuld dürfte meist die Ausstellung „Phä- nomena – Entdeck was dahinter steckt“ gewesen sein, die heute noch bis 21 Uhr zu Auszeiten in der Welt des Überraschenden und Rätselhaften einlädt. Über 25 Stationen, an denen Phänomenales demonstriert und erklärt wird sowie selber ausprobiert werden kann, verteilen sich über die unteren drei Etagen der Neukölln Arcaden.  Zerrspiegel  und Hohlspiegel, die  die  Wirklichkeit nicht  nur  seitenverkehrt

wiedergeben, stehen neben Rotationsbildern, die in bewegtem Zustand Farben erscheinen lassen, die gar nicht existieren. In der schiefen Hütte, in der mehrere Experimente zur Erdanziehungskraft aufgebaut sind, nimmt für manche der Konflikt zwischen Auge und Gleichgewichtssinn Ausmaße an, die ein schnelles Handeln erfordern: „Wenn ich noch länger hier drin bleib, muss ich kotzen“, sagt ein Mädchen zu seiner Freundin. Das Risiko besteht beim Fernseh-Generator nicht, der lediglich den Ener- gieaufwand verdeut- licht, der nötig ist, damit auf der dunklen Mattscheibe ein Bild erscheint.

Zahlreiche Schulklas- sen haben in den vergangenen Wochen die Gelegenheit wahr- genommen, sich unter fachkundiger Leitung durch den Teststrecke aus Illusionen, Naturwissenschaft und Technik führen zu lassen. Die, die am Prinzip des Gravitationstrichters mit einer Eisverpackung gescheitert sind, gehörten höchstwahrscheinlich nicht dazu. Noch sind einige Stunden Zeit, den Versuch zu wiederholen.

=ensa=

3 Antworten

  1. Einmal im Leben wollte da jemand was in den Papierkorb werfen. Man kann es aber auch allegorisch sehen. Jetzt zeigt das Modell wie die Menschen die Erde aus dem Gleichgewicht bekommen.

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    • Wenn’s ’nen „Gefällt mir“-Button unter den Kommentaren gäbe, hätte ich den bei Deinem gedrückt 🙂

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      • Weil es den (glücklicherweise) nicht gibt, hast Du ein paar Tasten mehr antippen müssen, dafür ist das Ergebnis persönlicher geworden.
        „Gefällt mir Buttons“ sind in meinen Augen der „fast fart“ der Kommunikation.

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