Erfrischend

schloss britz, neuköllnWährend die Möglichkeiten für Schwimmer in Neukölln immer noch stark eingeschränkt sind, finden Enten und Schwäne prächtige Bedingungen im Bezirk vor: Diejenigen unter ihnen, die fließende Gewässer vorziehen, see in der hasenheide, neukölln, rixdorfer teichhaben mit dem Neuköllner Schiffahrts-, dem Landwehr- und dem Teltowkanal sowie di- versen Gräben Auswahl bis zum Abwinken. Nicht anders ergeht es Wasservögeln, die Seen, Teiche und Pfuhle bevorzugen: Der Rixdorfer Teich (Foto links) in der Hasen- heide und der Britzer Kirchteich (Foto rechts) vor dem Schloss Britz sind nur zwei von vielen Gelegenheiten für kleine Erfrischungen zwischendurch – wenn man Federn und Schwimmhäute hat. Alle anderen müssen sich mit dem Blick aufs kühle Nass begnügen.

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Versteckspiel im Comeniusgarten

comeniusgarten, berlin-neukölln, henning vierckHenning Vierck gehörte schon als Kind nicht zu den Kleinen. Inzwischen ist er Chef  des Neuköllner Comeniusgartens, über 60 und etwa 2 Meter groß.

Bereits mit dem nach der Lehre des tschechischen Philosophen Johann A. Comenius angelegten Kleinod an der Richard- straße hat sich Vierck einen Herzenswunsch erfüllt. Derzeit kann er dort – nachdem die Natur es verdammt comeniusgarten, neukölln, johann amos comenius, henning vierckgut mit dem Garten ge- meint hat – noch einem anderen Kindheitstraum frönen. „Ich hab mir früher immer gewünscht, durch Gras zu laufen, das so hoch ist, dass mich nie- mand mehr sieht“, sagt er.

Dieses Erlebnis ist ihm zwar jetzt auch nicht ver- gönnt, doch wenn er sich bückt ist – wie das Foto oben beweist – wirklich nicht mehr viel von ihm zu sehen. Etwa zwei Wochen, meint Henning Vierck, wird das noch so sein. Dann kommt der Rasenmäher zum Einsatz.

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Kleine Paradiese mitten in Neukölln

offene gärten 2011, kirchgasse neuköllnSchon die Kirchgasse an sich ist ein Aha- und Oho-Erlebnis für viele: Wenige Minuten Fußweg von der trubeligen Karl-Marx-Stra- ße entfernt, tut sich in ihr dörfliche Idylle mit rumpeligem Kopfsteinpflaster, pittores- ken Häusern, Scheunen und lauschigen offene gärten 2011, kirchgasse neuköllnGärten auf. Letztere sind es, die an diesem Wochenende dafür sorgen, dass mehr Menschen als sonst  Neuköllns historisches Herz, das Böhmische Dorf, erkunden. Auch heute laden acht Anwohner der Kirchgasse wieder im Rahmen der Offe- nen Gärten 2011 von 12 bis 18 Uhr zum Entdecken ih- offene gärten 2011, kirchgasse neuköllnrer Höfe und grünen Oa- sen ein.

„Anno 1996“ steht über dem Tor der Scheune am nordwestlichen Ende der Kirchgasse. Eine fünfköpfige Gruppe, die gerade neben der güldenen Gießkanne durch den schmalen Torbogen auf das liebevoll gepflegte Grundstück drängt, hofft: „Maybe we can eat another Schmalzstulle there.“ Der Wunsch wird ihnen erfüllt, zusätzlich werden vom Haus- und Hofherrn Getränke und Anekdoten über die Geschichte des Anwesens angeboten, das sich  seit Generationen in Familienbesitz befindet. Wie es früher aus-

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sah, kann man sich auf einem alten Foto angucken. Wer sich in der vor 15 Jahren offene gärten 2011, kirchgasse neuköllnrestaurierten Scheune genauer umsieht,  die heute gerne für Feste genutzt wird, stößt dabei auch auf die wohl einzige Wetteruhr mit einem Keiler auf der Spitze. Lutz Müller-Froelich war 14, als er sie für seinen Vater zum 50. Geburtstag baute. Der sei ein leidenschaftlicher Jäger gewesen, erzählt er. Jahrzehntelang schmückte die Wetteruhr das Dach des Wohnhauses und weckte dort auch den Jagdinstinkt eines Nachbarn: „Der schoss nachts oft mit einem Luftgewehr aus dem Fenster seiner Dach- wohnung auf das Wildschein.“ Die Spuren sind auf offene gärten 2011, kirchgasse neuköllndem metal- lenen Keiler im- mer noch deut- lich zu erken- nen. Um Spuren anderer Art geht es am anderen Ende der Kirchgasse, kurz vor dem Friedrich Wilhelm I.-Denkmal.

offene gärten 2011, kirchgasse neuköllnDer Garten des 1845 er- bauten Hau- ses ist über einen Seiten- eingang im Wanzlikpfad zu erreichen. Seit 2007 wird das von einer Familie ohne böhmische Vorfahren erwor- bene Gebäude nach Denkmalschutz-Auflagen kernsaniert. Zwei Jahre, schätzen sie, werde es wohl noch dauern, bis wirklich alles fertig ist und das Leben auf einer Baustelle ein  Ende habe. Der Garten gleicht  bereits jetzt einem verwunschenen, grü-

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nen Paradies. Allerdings einem mit einem äußerst ungewöhnlichen Format: „Vorne an der Kirchgasse ist das Grundstück 10 Meter breit, hinten sind es gerade mal eineinhalb Meter.“

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Lieber den Spatz …

hermannplatz tanzendes paar_joachim schmettau… im Topf als die Taube aufm Kopf – oder so ähnlich.

Seit das „Tanzende Paar“ des Bild- hauers Joachim Schmettau auf regelmäßige Tanzeinlagen verzichtet, finden die Berliner Dachratten dort optimale Lande- und Rastbedin- gungen vor. Entsprechend rar sind die Gelegenheiten, beide Tänzer ohne federne Hüte auf dem Hermannplatz zu erwischen. Aber auch andere Körperteile sind für ein Päuschen zwischen zwei Ausflügen heiß begehrt.

Einfach mal die Verantwortung abgeben

Eltern haften für Ihre KinderFast täglich liefern ein- schlägige (Pseudo-)Rea- lity-Formate privater TV- Sender eindrucksvolle Beweise dafür, dass das Thema „Kindererziehung“ viele Eltern hoffnungslos überfordert. Andere hin- gegen bewältigen die Herausforderung mit Bra- vour und schaffen es scheinbar mühelos, ihre Sprösslinge zu gesell- schaftsfähigen Wesen zu machen.

Was viele der überforder- ten Eltern nicht wissen: Etliche Privatgrundstücke – nicht nur in Neukölln – bieten ihnen die Gelegen- heit, sich sporadische Auszeiten von der Verant- wortung für ihre Kinder zu gönnen, weil dort andere Eltern für die Kids haften. Vorbildlich!

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Gastronomie für Selbstversorger: „Bratwurst to bring“ statt „Kaffee to go“

So richtig beliebt macht sich in den meisten Kneipen nicht, wer nur Flüssiges be- stellt und die mitgebrachte Stul- le oder Boulette auspackt,  wenn die Bedienung das Bier auf den Tisch gestellt hat. In der Privat- brauerei am Rollberg in Neu- kölln ist das genaue Gegenteil der Fall.

„Wir haben keine Küche, und so manch einer von uns sollte auch besser nicht kochen“, outen sich Braumeister Wilko Bereit und sein Team auf einer der Getränkekarten.  „Aber“, heißt es weiter, „wir haben einen Call-a-Pizza-Lieferservice.“  Der besondere Clou ist momentan jedoch der auf der Terrasse ste- hende Grill, der gerne von den Gästen benutzt werden kann. „Bringt Euch was zu essen und grillen mit, und los geht’s!“, werden die offensiv zur Selbstversorgung mit Bratwurst, Steak, Grill- gemüse und Quietschkäse zu Rollberg-Bier und anderem Alkoholischen oder Nicht-Alkoholischen aufgefordert. Geöffnet ist immer freitags und samstags ab 17 Uhr.

Ab 2. Juni öffnet die Privatbrauerei am Rollberg zusätzlich donnerstags ab 17 so- wie sonntags ab 14 Uhr.

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Auf dem Trockenen

Der Eingang zum Sommerbad Neukölln am Columbiadamm gibt immer noch ein skurriles Bild ab. Das könnte auch  gut zwei weitere Wochen lang so bleiben, denn nach aktueller Auskunft der Berliner Bäderbetriebe wird das Freibad definitiv erst am 11. Juni wieder geöffnet werden – sommerliche Temperaturen hin oder her.

Wer also am heutigen Towel Day sein Hand- tuch auf der Liegewiese des Columbiabades ausbreiten wollte, wird umdisponieren müs- sen. Die Fahrt in den Süden des Bezirks zum Kombibad Gropiusstadt kann man dabei von der Liste der Alternativen gleich streichen, denn das nimmt sich seit Anfang Mai wegen „umfangreicher Sanierungsarbeiten“ eine zweijährige Auszeit.

Bleibt ein Ausflug in den Nachbarbezirk zum Sommerbad Kreuzberg oder ins überdachte, muggelig warme Stadtbad Neukölln, das  übrigens pünktlich am 11. Juni bis Ende August aus dem Verkehr gezogen wird.

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Stein an Stein

Im Zuge der aktuell laufenden Umgestaltung der Karl-Marx-Straße wird es auch dem Platz der Stadt Hof – in Neukölln besser bekannt als der Vorm-Karstadt-Schnäpp- chenmarkt-Platz – meinstein-mosaiktag, platz der stadt hof, neuköllnan den Kragen gehen. Aus der schmucklosen Ödnis soll ein Platz mit Aufenthaltsqualität werden. Grundlage dafür sind die Ideen des Land- schaftsarchitektur-Büros el:ch und der Künstlerin Nadia Kaabi-Linke, die im Sep- tember letzten Jahres den entsprechen- den freiraumplanerischen Realisierungs- wettbewerb gewannen (wir berichteten).

Insbesondere Kaabi-Linke setzte mit ihrem Entwurf eines demografischen Pflasters namens Meinstein auf die tatkräftige Unterstützung der Neuköllner. In acht über den Norden des Bezirks verteilten Workshops bekam jeder die Gelegenheit, sich Ge- projekt meinstein, mosaiktag, platz der stadt hof, demografisches pflaster,neuköllndanken über Neukölln und die eigene Identität zu ma- chen und anschließend mit einem eigenen Stein die Optik des Mosaiks zu beeinflussen. Insgesamt 101 Neuköllnerinnen und Neuköllner nahmen diese Möglichkeit wahr; etwa 80 Prozent von ihnen brachten Migrationserfahrungen in die Workshop-Gespräche ein. Das im Vorfeld erklärte Ziel, „ein Denkmal zu schaffen, in das sich die Lebens- erfahrungen von Menschen aus 165 Nationen eingeschrieben haben“, verfehlte die Projektgruppe um die tunesisch-russisch stämmige Künstlerin jedoch um Längen. projekt meinstein, mosaiktag, platz der stadt hof, demografisches pflaster,neuköllnDafür hätte es einer schmissigeren Öffentlichkeits- arbeit und einer quantitativ engagierteren Teilnahme bedurft.

Sonntag endete die Phase der Bürgerbeteiligung am Meinstein-Projekt mit dem Mosaiktag. Innerhalb einer abgezirkelten Fläche durften sich alle Aktiven einen Platz für ihren Stein aussuchen – neben dem Partner, der Mutter oder der Freundin projekt meinstein, mosaiktag, platz der stadt hof, demografisches pflaster,neuköllnoder auch weitab von je- mandem. Die Koordinaten des mit Kreide markierten Meinstein-Orts wurden pe- nibel notiert. Die Farbe, die der Quader später bekom- men wird, richtet sich nach der Herkunft des Steinpa- ten, der sich so auf dem Platz der Stadt Hof ver- ewigt, inmitten anderer Steine, die die Bevölke-rungsstatistik Neuköllns repräsentieren.

Unmut herrscht derweil noch bei den Freunden Neuköllns e. V., die sich mit der Ankündigung nicht abfinden wollen, dass das momentan auf dem Platz verlegte Wappen der Stadt Hof  dem Mosaik weichen soll.

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Prioritäten

Wo kämen Neukölln und Berlin auch hin, wenn wegen geparkter Fahrräder kein Platz mehr für diese dekorativen Müllsäcke wäre?

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Ein Badesee an der Sonnenallee?

Feiner weißer Sand von Mohn, Gräsern und Unkraut gesäumt, hohe Bäume als Schattenspender ringsum: Neu-Neuköllner und Ortsunkundige könnten leicht dem Eindruck erliegen, an der Sonnenallee zwischen  Inn- und Finowstraße würde ein Ba-

sportplatz innstraße, kampfmittelräumung, neukölln

desee entstehen. Doch dem ist nicht so. Irgendwann wird auf dem Gelände wieder ein Fußballplatz sein. So wie bis 2007. Eigentlich sollte damals nur der Kunstrasen erneuert werden; von einer überschaubaren Phase, in der der Platz nicht genutzt werden könnte, ging man aus. Aber dann wurden auf dem Terrain Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, deren Räumung nicht nur die Kosten um 1,3 Mio. Euro in die Höhe trieb, sondern auch die zeitlichen Pläne mächtig über den Haufen warf. Spätestens im nächsten Jahr soll auf dem Platz aber wirklich wieder gekickt werden können.

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Aufs falsche Pferd gesetzt

„The Key.to zieht nach Neukölln“ titelte die Business-to-Business-Plattform Fashion United dieser Tage. Das klingt nach einer Sensation und dem ultimativen thekey.to, neuköllnBeweis dafür, dass Neukölln tatsächlich in der Riege der hippen Berliner Bezir- ke  angekommen ist.

Doch die Verbindung zwischen Neu- kölln und der Öko-Mode- und -Life- style-Messe ist wahrlich nichts Neu- es: Schon bei der Premiere im Juli 2009 entschieden sich die THE- KEY.TO-Organisatoren von GREEN- affairs mit der Alten Post in der Karl- Marx-Straße für eine Location in Neukölln. Zudem haben sie ihr Büro seit eh und je alte kindl-brauerei, thekey.to, neukölln, greenaffairsnur eine Ecke weiter in der Ganghoferstraße. Von dort bis zum nächsten Spielort, der alten Kindl-Brauerei, wo die Messe vom 7. bis 9. Juli stattfinden wird, sind es wiederum nur ein paar hundert Meter.

Neu ist allerdings, was sich seit der letzten THEKEY.TO-Messe hinter den Kulissen von GREENaffairs getan hat: Frans Prins hat das innovative Neuköllner Unternehmen verlassen und auch für die Aussteller und Besucher soll sich mit der diesjährigen THEKEY.TO-Som- merausgabe einiges ändern.

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Hommage an ein aussterbendes Stück Berliner Kultur

berliner eckkneipen - 25 wohnzimmer, peter liptow, galerie im saalbau, neuköllnRauchen ist verboten, die Beleuchtung ist hell statt schummrig und eine Jukebox, aus der Hits der letzten 30 Jahre plärren, sucht man ebenso vergeblich wie alkoholisierte Gäste: Es sind also Welten, die zwischen einer Kneipe und der Galerie im Saalbau an der Neuköllner Karl-Marx-Straße liegen – nor- malerweise.

Momentan ist das jedoch ein wenig anders, denn mit der Ausstellung „Berliner Eck- kneipen – 25 Wohnzimmer“ hat das eine Universum beim anderen Unterschlupf ge- funden. Auf rund 100 Bildern zeigt der Fo- tograf  Peter Liptow, was allen verborgen bleibt, die sich in anderen gastronomischen Welten bewegen, dem Futschi für 1,50 Euro hinter nikotingelben Fenstern in rauchge- schwängerter Luft nichts abgewinnen können und lediglich ein Wohnzimmer als Wohnzimmer  bezeichnen würden – das in den eigenen vier Wänden. Dabei  hat Lip-

berliner eckkneipen - 25 wohnzimmer, peter liptow, galerie im saalbau, neukölln berliner eckkneipen - 25 wohnzimmer, peter liptow, galerie im saalbau, neukölln

tow der Versuchung widerstanden, einen ironischen oder gar abschätzigen Blick auf das zu werfen, was ihm vor die Kamera kam. Seine Bilder, die in 25 Berliner Eckkneipen zwischen Spandau und Köpenick, Steglitz-Zehlendorf und Pankow und berliner eckkneipen - 25 wohnzimmer, peter liptow, galerie im saalbau, neuköllnnatürlich auch in Neukölln entstanden, dokumentieren statt zu bewerten: das Interieur der Wirtshäuser ebenso wie die Menschen, die an den Theken zwi- schen holzvertäfelten Wänden ein zweites Wohnzimmer und vielleicht sogar Freun- de gefunden haben.

Viele dieser gastronomischen Institu- tionen, die „Boddin-Stuben“, „Thiemann Eck“, „Zur Traube“, „Thomas-Klause“ und „Heide 11“ heißen und lange wie die Goldelse zu Berlin gehörten, gibt es nicht mehr. Die Gäste vieler Eckkneipen wurden aus ihren Wohnzimmern vertrieben, weil die Ein-Euro-Shops, Spielhallen oder stylischen Cafés Platz gemacht haben.

Die Ausstellung „Berliner Eckkneipen – 25 Wohnzimmer“ in der Galerie im Saalbau endet am 5. Juni. Heute um 19 Uhr lädt der Schauspieler Oliver Trautwein im Rahmenprogramm mit seiner „Kneipengeflüster“-Lesung  zu einer literarischen Kneipentour ein.

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Futuristisch

„Ja, ist denn schon IGA?“ Das fragt sich wohl so mancher, der dieser Tage durch den  Eingang Oder-/Herrfurthstraße auf  das  Tempelhofer Feld  kommt.  Absperrgitter hin-

dern noch bis morgen tagsüber (bis 19 Uhr) am Zugang zum gesamten nördlichen Bereich des Areals inklusive des Biergartens und der Hundeauslaufzone. Mit der Internationalen Gartenausstellung haben die jedoch nichts zu tun: Es ist die Michelin Challenge Bibendum, die einen kleinen Vorgeschmack auf 2017 liefert.

Erklärungsbedarf

Die Gerüche von Rostbratwürsten, gebrannten Mandeln, regennassen Bäumen und Büschen, Zuckerwatte, Schweiß und Parfüms vermischen sich zu einem olfakto- rischen Brei. Der Boden unter den Schuhsohlen ist uneben und weicher als Asphalt, neuköllner maientage, absv-gruppe, city stiftung berlin,blinden-abzeichenüberall lauern matschige, nur langsam abtrocknende Pfützen- überbleibsel. In die Ohren dringt eine Kakophonie aus Stimmen, Musikalischem von Schlager bis Hip Hop, kreischenden Men- schen, dumpfem Grollen, mono- tonem Rattern und Schritten auf metallenem Untergrund. Die bunten, blinkenden Lichter der Karussels und Fahrgeschäfte und die  in der Losbude gestapelten Trostpreise und Hauptgewinne sind zur relativen bis totalen Bedeutungslosigkeit degradiert, weil die Augen sie nicht oder nur sche- menhaft wahrnehmen können.

Diese Erlebnisse boten sich gestern 15 Sehbehinderten und Blinden bei den Neu- neuköllner maientage, city stiftung berlin, thilo-harry wollenschlaeger, falko liecke, siegfried heliasköllner Maientagen. Auf Initiative von Siegfried Helias (M.), Vorsitzender der City Stiftung Berlin, wurde die Gruppe des Allgemeinen Blinden- und Seh- behindertenvereins Berlin (ABSV) von Thilo-Harry Wollenschlaeger (r.), dem Organisator der Neuköllner Maien- tage, zu einer kostenlosen Rummel- runde eingeladen. Es sei ihm einfach ein Bedürfnis gewesen, so Helias, den Gehandicapten die Gelegenheit zu bieten, an dieser Variante des „ganz nor- malen Lebens teilnehmen“ zu können. Wollenschlaegers Reaktion im Beisein des Neuköllner Gesundheitsstadtrats Falko Liecke (l.), dass jede Tradition ja irgendwann neuköllner maientage, city stiftung berlin, absv e.v.anfange, lässt mehr als vermuten, dass die gestrige Premiere nicht zugleich das Finale seines Engage- ments in dieser Richtung war. Der von Helias als „Rummel-König“ Titu- lierte, erklärte die Begleitung der Gruppe kurzerhand zur Chefsache und war – ebenso wie der Clown und Entertainer Pauly – bis zum Schluss dabei.

Das trifft auch auf Jörg zu. „Meine Sehfähigkeit lässt sich in Prozent nicht mehr messen“, erzählt er über 30 Meter von sicherem Boden entfernt in der schwankenden neuköllner maientage, absv-gruppe, city stiftung berlin, thilo-harry wollenschlaeger, riesenrad lorenzGondel des Riesenrads. Die Aussicht auf weite Teile Berlins und die dunkelgrauen Wolken ist nichts, was ihn beeindrucken kann. Vor 21 Jahren ging  ihm wegen irreparabel geschädigter Sehnerven „innerhalb weniger Tage“ jeglicher Sinn fürs Vi- suelle verloren.  Eine Freundin, die ihn begleitet, beschreibt ihm, was sie sieht: viel Grün, große bunte Drachen auf dem Tempelhofer Feld, den Fernsehturm. Durch den stärkeren Wind, sagt er, spüre er die Höhe, seinem Gleichgewichtssinn kann das Erlebnis jedoch nichts anhaben. Der ist durch das Bergsteigen und das Klettern, das der 42-Jährige auch trotz Behinderung weiterhin betreibt, immun gegen Irritationen. Erst als es gilt, die Gondel wieder zu verlassen, ist wieder die Unsicherheit da, die seit der Erblindung mit dem Betreten unvertrauten Terrains einhergeht: Wo fängt die Stufe neuköllner maientage, absv-gruppe, city stiftung berlin, melodie staran? Wie breit ist sie? Wo hört sie auf? Er fährt seinen weißen Teles- kopstock aus, um zu ertasten, was er nicht mehr sieht.

Pauly und Thilo-Harry Wollenschläger schlagen den Melodie Star als nächs- te Station vor. Was ein Riesenrad ist, musste niemandem erklärt werden, doch wie beschreibt man Blinden ein Karussell, das sie nicht kennen? Jörgs Begleiterin, geübt im Umgang mit ihm, schafft es. Die Entscheidung, damit fahren zu wollen, ist vermutlich schon beim Stichwort „schnell“ gefallen. Denn Schnelligkeit fasziniert den erfolgreichen Handicap-Sportler: Er ist Deutscher Meister im Speed-Skating und nahm im letzten Jahr als einziger Blinder  am Berlin Skate-neuköllner maientage, absv-gruppe, city stiftung berlin, geisterbahn fantasmagor raschMarathon teil.

Die Geisterbahn wollen auch die ausprobieren, die sich vor Höhe und Geschwindigkeit fürchten. Nur wenige lösen ihre Freikarte nicht ein. Ihr sei es im Dunkeln unheimlich, sagt eine Frau, die zu denen gehört. Sie nimmt ihre Umwelt nur noch schemenhaft wahr, kann aber hell und dunkel sehr wohl unterscheiden. „Ich schlafe auch bei Licht“, erklärt sie grinsend – ahnend, wie verblüffend dieses Geständnis auf Sehende wirkt. Als es nach der rumpeligen Fahrt durch das Reich des Gruselns hinüber zu den Autoscootern geht, wirkt der Geisterbahn-Effekt nach. „Nie wieder!“, sind sich die meisten einig. Die lauten Geräusche, die schweren Vorhänge, die einem über Körperteile streichen, die abrupten Wechsel zwischen Dunkelheit und neuköllner maientage, absv-gruppe, city stiftung berlin, thilo-harry wollenschlaeger,atlantis rafting wildwasserbahnHelligkeit – das sei hochgradig unangenehm gewesen.

Nass wird es am nördlichen Ende des Festgeländes. Doch zunächst muss der Rummel- König genau erklären, was es mit der Wildwasserbahn „Atlan- tis Rafting“ auf sich hat. Dass die runden Tassen, die über die Strecke schaukeln, nicht fliegen und es auch keine unheim- lichen Geräusche oder Lichteffekte gibt, verschafft dem Fahrgeschäft spontan Sympathien. Man werde  eben ein  bisschen nass, sagt Wollenschlaeger. Und hinter-

neuköllner maientage, absv-gruppe, city stiftung berlin, atlantis rafting wildwasserbahnneuköllner maientage, absv-gruppe, city stiftung berlin, atlantis rafting wildwasserbahn

her könne man sich ein Foto ausdrucken lassen, das beweist: Ich war dabei! Das wollen alle, egal ob Kleidung, Haare oder der beim Quiz mit Pauly gewonnene Schlumpf eine Dusche abkriegen. „War das schön“, schwärmt Heidi nach der Fahrt und wringt den nassen Fleck an ihrer Hose aus. Ihre Begeisterung gilt aber nicht nur der Wildwasserbahn, sondern dem Ausflug zu den Neuköllner Maientagen an sich. Seit ihrer Erblindung vor acht Jahren sei sie zum ersten Mal wieder auf einem Rummel. Lust, sagt sie, hätte sie allerdings durchaus schon vorher gehabt: „Aber ich hab mich nicht getraut, jemanden zu fragen, ob er mich begleitet, denn ich falle ja schon so oft Leuten zur Last, weil sie mir im Alltag helfen oder Dinge beschreiben müssen, die ich nicht kenne.“ Neulich sei es ein Alpaka gewesen, von dem sie unbedingt wissen wollte, wie das Tier aussieht. Rund eineinhalb Jahre habe sie gebraucht, sich mit ihrer neuköllner maientage, absv-gruppe, city stiftung berlin, high explosive achterbahnBlindheit abzufinden. Das sei die härteste Zeit ihres Lebens gewesen. „Aber ge- genüber den Geburtsblinden hab ich wenigstens den Vorteil“, findet Heidi, „dass ich schon vieles gesehen hab und auf die Erinnerungen zurück- greifen kann.“  Das, gibt sie zu, mache aber auch oft ein bisschen traurig.

In die High Explosive-Achterbahn will Heidi nicht, viele andere schon. Jörg natürlich auch, denn sie ist schnell. Danach gibt es an der Knabber-Lok gebrannte Mandeln für neuköllner maientage, absv-gruppe, city stiftung berlin, thilo-harry wollenschlaeger, rocket-weber fahrgeschäftalle. Der Abschluss der Rummelplatz-Runde führt zu einer der großen Attraktionen des Volksfestes in der Hasen- heide: dem Rocket. Erneut muss erklärt werden, was die Mägen und Sinnesorgane in dem gelb-schwarz blinkenden High Tech-Fahrgeschäft erwar- tet. Eigentlich sieht es ob der Attribute „hoch und schnell“ nach einem klaren Fall für Jörg aus. Doch es sind zwei andere Männer und eine Frau, über denen die Sicherheitsbügel zuklappen. Jörg hat Hunger auf Bratwurst. Schon die ganze Zeit. „Ist ja auch kein Wunder bei den Gerüchen hier“, sagt er.

Nach zwei Stunden Rummel sind alle glücklich. Auch Paloma Rändel, die für den ABSV die Gruppe begleitet hat. „Anfangs“, sagt sie, „war ich ja skeptisch, ob das Angebot für diesen Gruppenausflug überhaupt jemanden interessiert. Aber nun sehe ich, dass es supergut angekommen ist.“ Heidi nickt und kündigt an, dass sie sich nun auch wieder ohne den Schutz einer Gruppe zu Volksfesten trauen wird.

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Von Neukölln nach Mainhattan

Vor fünf Jahren war die erste, 2008 die zweite und im letzten Jahr die dritte Woche der Sprache und des Lesens in Neukölln. Derzeit sitzt das Organisatoren-Team um woche der sprache und des lesens in neuköllnInitiator Kazim Erdogan daran, die nächste Sprachwoche vorzubereiten, die 2012 in der ersten September-Woche stattfinden soll – und das nicht nur in Neukölln, sondern  in ganz Berlin. Dass Christina Rau die Schirmherrschaft übernehmen wird, steht auch bereits fest: Für die Witwe des ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau ist es – nach dem für den Campus Rütli – der zweite Eh- renvorsitz für ein Neuköllner Projekt.

So weit ist man beim Verein Sprich! in der Banken- metropole Frankfurt noch nicht. Doch Jannis Plastargias und Georgette Carbonilla sind als treibende Kräfte der Idee, dem Neuköllner Original nacheifern zu wollen, wild entschlossen  eine Woche der Sprache und des Lesens in  Frankfurt auf die Beine zu stellen.

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Vom Pflegefall zum Aushängeschild

Wer heute die Genezareth-Kirche sieht, die seit 1905 Zentrum des Neuköllner Schillerkiezes ist, braucht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie es noch vor einigen Jahren um sie bestellt war: Der Innenraum war stark renovierungsbedürftig, das Dach undicht und Gottesdienste fan- den lediglich im Sommer statt, weil der Gemeinde das Geld zum Betreiben der Heizungsanla- ge fehlte. An den seinerzeit desola- ten Zustand des Bauwerks, das schon den einst 62 Meter hohen Glockenturm wegen des benachbarten Flughafens Tempelhof opfern musste, erinnern nur noch Erzählungen von Zeitzeugen.

Heute steht die Genezareth-Kirche proper da. Ihr Backsteingebäude wurde durch Anbauten für ein Café und das Gemeindebüro erweitert, das Innere wirkt dank Architekt Gerhard Schlotter freundlich und vereint Modernes mit Sakralem. Dass dieses möglich wurde, bedeutet jedoch nicht, dass die Gemeinde den Quantensprung von arm zu reich geschafft hat. Hinter der Umkehr vom Verfall zum Erhalt steckt in erster Linie eine kluge Überlegung: Die, sich in den Kiez und für die verschiedenen dort vorherrschenden Glaubensrichtungen zu öffnen und  ein interkulturelles Zentrum in die Kirche zu implantieren. So war der Weg frei für die Akquise öffentlicher Gelder zum Um- und Ausbau des Gotteshauses, die vor allem aus den Töpfen des Quartiersmanagements/Soziale Stadt, dem Umweltent- lastungsprogramm und der Deutschen Fernsehlotterie flossen.

Dieser Tage wurde das fünfjährige Bestehen des Interkulturellen Zentrums Gene- zareth gefeiert, das sich – obwohl im ständigen Werden begriffen, wie Pfarrerin heinz buschkowsky, elisabeth kruse, 5 jahre interkulturelles zentrum genezareth, neuköllnElisabeth Kruse betonte – längst als Ort der Be- gegnung im Kiez etabliert hat. Durch das IZG sei erreicht worden, dass Kirche neu wahrgenommen werde und eine Genussinsel zum Regenerieren schaffe. Dem stimmte auch Neuköllns Bezirksbür- germeister Heinz Buschkowsky gerne zu.

Er sei anfangs skeptisch gewesen, ob es den Verantwortlichen der Genezareth-Gemeinde gelingen würde, ihre Ideen und Visionen zur Realität werden zu lassen. Eine „unglaublich mutige Tat“ sei es gewesen, den Ort wiederbeleben und ihm eine erweiterte Ausrichtung geben zu wollen, die alle Menschen anspricht. Inzwischen sind Buschkowskys Zweifel gewichen. Das IZG habe den Kiez verändert. Konzerte, Theateraufführungen, tanzende junge Leute, die schon einen „recht routinierten Kontakt zur Justiz“ haben, Diskussionen, die Trauerfeier für die Jugendrichterin tanz rund um den globus, 5 jahre interkulturelles zentrum genezareth, neuköllnKirsten Heisig: „Man trifft sich hier, wenn es um etwas Besonderes geht. Das sind die Früchte der Arbeit von Pfarrerin“, so Buschkowsky. Es gebe keine zweite Kirche in Neukölln, durch deren Tür er so oft gehe.

Zu einer kleinen Tanzeinlage mit der Gruppe „Tanz um den Globus“, die auf Initiative der Gemeinde als Beitrag zum Interkulturellen Zentrum entstand, ließ sich Neuköllns Bezirksbürgermeister aber vor vollbesetzten Kirchenbänken nicht hinreißen. Dabei bargen die auf den Tanz sowie die Arbeit des IZG gemünzten Worte von Elisabeth Kruse auch für Buschkowsky einiges an Identifikationspotenzial: „Wir drehen uns im Kreis und kommen trotzdem voran.“

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Glückliches Moldawien

Der European Song Contest-Drops ist gelutscht und es waren weder Lena, noch der im Vorfeld hoch gehandelte französische Tenor, die richtig viel davon abbekommen haben. Stattdessen gab es für Ell/Nikki aus Aserbaidschan, Raphael  Gualazzi, den Überraschungs-Zweiten aus Italien, und den Schweden Eric Saade reichlich Punkte-Futter.

Fast genau zwischen Deutschland und Frankreich, nämlich auf dem 12. Rang, reihte sich bei den Platzierungen die Band Zdob și Zdub ein, die für Moldawien antrat. Eine von Rumänien und der Ukraine umgebene Republik, die insgesamt nur rund 100.000 Einwohner mehr als Berlin hat und am Stichtag 30.6.2010 mit gerade mal 49 Leuten in Neukölln vertreten war.

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Phänomenales in Neukölln

Normalerweise sind die Neukölln Arcaden ein Einkaufscenter wie viele andere – wenn man mal davon ab- sieht, dass sie von vielen immer noch „Forum Neukölln“ ge- nannt werden, obwohl sie schon seit fast 10 Jahren nicht mehr so heißen. Es gibt die üb- lichen Läden, ein Eis- café, eine Buchhandlung, eine Postfiliale, ein Multiplex-Kino, Rolltreppen, Aufzüge und als high- lightverdächtiges Extra einen großartigen Panoramablick von den oberen Parkhaus-Etagen. An der Aussicht bis zur Peripherie Berlins lag es aber nicht, wenn der Aufenthalt in den Neukölln Arca- den in den ersten beiden Mai-Wochen bei manchem etwas länger dauerte.

Schuld dürfte meist die Ausstellung „Phä- nomena – Entdeck was dahinter steckt“ gewesen sein, die heute noch bis 21 Uhr zu Auszeiten in der Welt des Überraschenden und Rätselhaften einlädt. Über 25 Stationen, an denen Phänomenales demonstriert und erklärt wird sowie selber ausprobiert werden kann, verteilen sich über die unteren drei Etagen der Neukölln Arcaden.  Zerrspiegel  und Hohlspiegel, die  die  Wirklichkeit nicht  nur  seitenverkehrt

wiedergeben, stehen neben Rotationsbildern, die in bewegtem Zustand Farben erscheinen lassen, die gar nicht existieren. In der schiefen Hütte, in der mehrere Experimente zur Erdanziehungskraft aufgebaut sind, nimmt für manche der Konflikt zwischen Auge und Gleichgewichtssinn Ausmaße an, die ein schnelles Handeln erfordern: „Wenn ich noch länger hier drin bleib, muss ich kotzen“, sagt ein Mädchen zu seiner Freundin. Das Risiko besteht beim Fernseh-Generator nicht, der lediglich den Ener- gieaufwand verdeut- licht, der nötig ist, damit auf der dunklen Mattscheibe ein Bild erscheint.

Zahlreiche Schulklas- sen haben in den vergangenen Wochen die Gelegenheit wahr- genommen, sich unter fachkundiger Leitung durch den Teststrecke aus Illusionen, Naturwissenschaft und Technik führen zu lassen. Die, die am Prinzip des Gravitationstrichters mit einer Eisverpackung gescheitert sind, gehörten höchstwahrscheinlich nicht dazu. Noch sind einige Stunden Zeit, den Versuch zu wiederholen.

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Verhältnismäßigkeiten bei den Neuköllner Maientagen

Waffen zücken, wildpin- keln, alkoholische Geträn- ke mitbringen, betteln, Hunde unangeleint über den Festplatz laufen oder  Müll einfach fallen lassen: Es gibt vieles, was Be- suchern der Neuköllner Maientage, die heute in die letzte Woche gehen, untersagt ist. Aus gutem Grund, denn schließlich hielte sich der Volksfestspaß sehr in Gren- zen, wenn alles erlaubt wäre, was  stattdessen mit Bußgeldern und/oder Platz- verweisen geahndet wird.

Weshalb gleichzeitig aber völlig legal Rixdorfer – sprich: Menschen, die im Ri- chardkiez wohnen und sich des alten Ortsnamens von Neukölln bedienen – in schuhkartongroßen Kisten zum Schleuder- preis von nur 1 Euro verkauft werden dürfen, erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Und natürlich beim Probieren.

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Kleiner Aufwand, große Wirkung: 12 points für Neukölln

Neukölln ist zwar von Düsseldorf weit weg, wo in zwei Tagen der Eurovision Song Contest aus- getragen wird, aber auch hier bereitet man sich auf das Ereig- nis vor.

Dabei geht es allerdings we- niger um große Public Viewing-Partys – die fin- den offenbar nur in anderen Bezirken statt. Mit dem Effekt, dass bei priva- ten ESC-Feten in Neukölln besonders viel Wert auf ein stim- mungsvolles Ambiente gelegt wird. In diesem Fall gepaart mit reichlich Optimismus hinsichtlich des Wetters. Bei den Buchmachern hält sich der, was eine Titelverteidigung von Lena Meyer-Landrut betrifft, sehr in Grenzen: Sie sehen die 19-Jährige mit ihrem Titel „Taken By a Stranger“ nur auf dem 6. Platz und favorisieren den Beitrag des für Frankreich antretenden Tenors Amaury Vassili.

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