Neuköllnisches beim Festival of Lights

Heute Abend startet in Berlin das Festival of Lights. Dabei bleibt Neukölln zwar – ab- gesehen von der normalen Beleuchtung – duster, doch ohne das Engagement eines Neuköllner Unternehmens wäre der Potsdamer Platz entschieden weniger spek- takulär festival of lights berlin,eleonore straub,bally wulffilluminiert.

Dort sind nämlich bis zum 24. Oktober Lichtskulp- turen der Künstlerin Eleonore Straub zu sehen: Figu- ren mit Köpfen, Beinen und menschlich anmutenden Zügen, die sich unter das Publikum mischen und mit ihm sowie dem Licht spielen.

festival of lights berlin,eleonore straub,bally wulffDie dekorativen, bunten Schei- ben, die Torso und Kopf sind, wurden Eleo- nore Straub von dem traditionsreichen, am Neuköllner May- bachufer beheimateten Spielautomaten-Hersteller Bally Wulff überlassen. So leuchtet dann auch ein Stück Neukölln beim Festival of Lights.

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Der Sound des Herbstes in Neukölln

Laubbläser verbieten! Gesundheitsstadtrat fordert „ruhigen“ Herbst – das steht über einer vorgestern veröffentlichten Pressemitteilung des Neuköllner Gesund- bsr-laubbläser, neukölln, gesundheitsstadtrat falko lieckeheitsstadtrats Falko Liecke.

Laubbläser seien nicht nur belästigend, sondern in der Tat auch gesundheits- schädlich, nicht nur durch den Lärm, den sie verursachen, sondern auch durch das Aufwirbeln von Staub, inklusive Krankheits- erregern und Allergenen, und übrigens auch durch ihre Abgase, stellt Liecke fest: „Ich bin der Auffassung, dass diese Geräte nicht weiter betrieben werden sollten, da die negativen Folgen größer sind als der tatsächliche Nutzen. In Neukölln werde ich mich dafür einsetzen und hoffe, dass wir es auch berlinweit schaffen, den Herbst wieder ruhiger zu machen.“

Bis zur Berliner Stadtreinigung scheinen sich Lieckes Ambitionen allerdings noch nicht rumgesprochen zu haben. Unbeeindruckt von seinem Appell treiben die BSR-Männer dieser Tage das Laub durch die Straßen Neuköllns – mit Mundschutz gegen flatternde Allergene oder Krankheitserreger und mit Ohrenschützern gegen das Getöse ihrer Maschinen gefeit. So ist es zumindest für sie ein ruhiger Herbst.

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Ein Musterbeispiel mit Wenn und Aber

Wenn von Beispielen gelungener Integration die Rede ist, sind es oft Asiaten, die auf dem Präsentierteller landen.  Martin Hyun, der in Krefeld geborene Sohn korea- nischer Gastarbeiter, ist eines dieser Vorzeigeexemplare. Doch ganz so einfach ist die Sache dann doch nur auf den ersten, oberflächlichen Blick – das wurde im Laufe martin hyun,stadtbibliothek neuköllndes gestrigen Abends, als der 31-Jährige in der Stadtbibliothek Neukölln aus seinem Buch „Lautlos – ja, sprachlos – nein“ las, im- mer deutlicher.

Das autobiografische Werk erzählt von Hyuns Aufwachsen zwischen zwei Kulturen. Im Elternhaus herrschte, wie bei den meisten Einwanderern der ersten Generation, auch noch Jahrzehnte später das Korea der 60er-Jahre. „Da ist die Zeit wirklich stehen- geblieben“, sagt Martin Hyun und klingt dabei eher verständnis- als vorwurfsvoll. „Eigentlich bin ich ziemlich faul“, gibt er zu, doch sein Vater ließ ihm keine Chance, diesen We- senszug auszuleben. Disziplin war neben einer guten Bildung das A und O seiner Er- ziehung. Und obwohl Vater Hyun die deutsche Sprache bis heute nur radebrechend beherrscht, war es ihm äußerst wichtig, dass seine Kinder sie perfekt lernen: „Er hat einfach alles getan, um uns den Weg ins Leben in Deutschland zu ebnen.“ Nur gegen die Natur war er machtlos: Deshalb sieht der Sohn eben nicht wie ein Mitteleuropäer sondern asiatisch aus. „Immerhin“, sagt Martin Hyun grinsend, „hat mein Vater mir seine Naturlocken vererbt.“ Die seien für Koreaner ziemlich ungewöhnlich.

Die Optik hält der Politikwissenschaftler, der seit 17 Jahren deutscher Staatsbürger ist, für eines der größten Hemmnisse bei der Integration. Immer wieder werde er mit der Frage „Wie ist das denn in Korea?“ konfrontiert, wenn es um Vergleiche zwischen Deutschland und der Heimat seiner Eltern geht: „Was soll ich dazu sagen, außer dass ich mit Korea nichts zu tun habe?“ Er kenne Korea kaum, sei hier geboren, hier aufgewachsen und hier zuhause. Sogar kulinarisch hat die Sozialisierung ganze Arbeit geleistet: Vor Beginn der Lesung ließ er eine Tüte martin hyun,taekwondo,werthers echte,stadtbibliothek neuköllnWerther’s Echte durch die Reihen gehen. „Die“, er- klärt er, „geben mir das Gefühl, zuhause zu sein.“

Von seiner Seite aus ist die Sache mit der Integra- tion also klar, doch solan- ge es die nur einseitig gibt, könne von einer ge- lungenen Integration nicht die Rede sein. „Mit diesem allgegenwärtigen Wir-und-die-anderen-Denken funktioniert das einfach nicht“, ist Martin Hyun überzeugt.  Vor allem bei den Ereignissen um den 20. Jahrestag der deutschen Einheit wurde ihm wieder mal klar, wie wenig er dazu gehört: „Wir Deutschen mit Migrationshintergrund haben dabei doch gar nicht stattgefunden.“ Damit sich das gesellschaftliche Bewusstsein und der Identifikationsprozess kommender Zuwanderergenerationen der Realität angleicht, plädiert er für die Einführung des Themas „Integrations- geschichte in Deutschland“ als Schulfach in der Mittelstufe.

Um den Ist-Zustand von Migranten in der Arbeitswelt geht es in seinem zweiten Buch, das gerade lektoriert wird. „Machtlos – ja, mutlos – nein“ soll es heißen und die Chancen oder auch Chancenlosigkeit im öffentlichen Dienst und bei Führungs- positionen behandeln. Das heiß diskutierte Vorhaben über anonyme Bewerbungen gleiche Ausgangspositionen zu erreichen, hält Martin Hyun für „totalen Quatsch“.  Es sei doch nun wirklich egal, ob jemand wegen seines falschen Namens und Aussehens schon in der ersten oder erst in der zweiten Bewerbungsrunde das Nachsehen habe. Einschlägige Erfahrungen sind auch ihm nicht fremd. Um dem Problem beizukommen, schätzt er,  wäre eine harte Quote wesentlich geeigneter.

Auch Neukölln wird in Martin Hyuns neuem Buch eine Rolle spielen. Er lebe zwar in Friedrichshain, sei aber fast täglich in Neukölln: „Was ich hier besonders mag, ist, dass Vielfalt nicht nur gelebt sondern förmlich zelebriert wird.“ Er hält eine hellblaue Jacke hoch, deren Vorder- und Rückseite mit Respekt einflößenden Taekwondo-Symbolen bestickt ist, frotzelt, dass das seine Lebensversicherung für Neukölln sei. Alternativ könnte sich Martin Hyun auch die Aufschrift „Achtung! Ich hab als erster Deutsch-Koreaner in der Deutschen Eishockey Liga und in der deutschen Junioren-Nationalmannschaft gespielt!“ auf den Jackenrücken applizieren lassen. Stimmen würde es, doch dafür, dass er sich als Deutscher akzeptiert fühlt, hat es nicht gesorgt.

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Vier Tore und acht Eckfahnen fürs Tempelhofer Feld

Seit heute gibt’s auf dem Tempelhofer Feld was Neues: zwei Bolzplätze – zwar ohne Linien, Mittelkreis und Elfmeterpunkte, dafür aber mit richtigen Toren und Eckfahnen.

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Zur Einweihung des größeren der beiden Plätze kickte in einem Freundschaftsspiel ein Frauenteam des TSV Helgoland 1897 gegen die in blauen Outfits antretenden Damen des SV Adler Berlin. Verspringende Bälle und zahlreiche Fehlpässe lähmten den Spielfluss auf beiden Seiten und machten den Unterschied zwischen einem rumpeligen Bolzplatz und einem Fußballfeld offensichtlich.

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Mit der Erweiterung des Freizeitsport-Angebots durch einen 90 x 60 Meter-Platz und ein 60 x 40 Meter großes Kleinspielfeld nahe des Eingangs am Columbiadamm reagieren die Grün Berlin GmbH als Bewirtschafterin des Tempelhofer Felds sowie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung laut einer Presse-Info auf die „Nachfrage der Besucher nach Sport- und Freizeitflächen“. Es sei geplant, heißt es weiter, „bis zur endgültigen Realisierung der Parklandschaft mit provisorischen, temporären Angeboten der Nachfrage nach Sport- und Aktionsflächen so weit wie möglich zu entsprechen.“ Man darf also gespannt sein, was da noch alles so kommt.

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Noch Fragen?

osterinsel, neuköllnHeute haben in Berlin die Herbstferien begonnen. Hier deshalb gleich ein wenig Nachhilfe für Schü- ler, die die nächsten bei- den schulfreien Wochen nutzen wollen, ihre Geo- graphie-Kenntnisse vom Versetzung gefährdenden in einen befriedigenden Zustand zu steigern:

Mit Gebüffel, zu welchem südamerikanischen Land denn bloß die Osterinsel gehört, müsst ihr euch gar nicht lange aufhalten. Sie liegt in der Karlsgartenstraße, die in Neukölln zu finden ist, das wiederum zu Berlin und somit zu Deutschland gehört. Ganz einfach, oder?

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„Berlin: Hasenheide“ – 72 großartige Minuten über einen Neuköllner Park und seine Besucher

Wenn Nana Rebhan von der Hasenheide spricht, spürt man sofort: Die rund 50 Hektar große grüne Oase Neuköllns ist ihr sehr vertraut. „Ich bin seit Jahren jeden hasenheide neuköllnMorgen mindestens ’ne halbe Stunde da. Außer wenn ich krank bin und das Joggen deshalb ausfallen muss“, er- klärt sie. Die Neuköllnerin mag den Park – nicht trotz, sondern wegen all seiner Gegensätze: „Natürlich ge- hören die Dealer zur Hasenheide, aber da ist eben noch sehr viel mehr, was es verdient, beachtet zu werden.“ Weil die Joggerin nie alleine unter- wegs ist, sondern die Kamerafrau und Regisseurin Nana Rebhan immer mitläuft, kommt nun ein Film ins Kino, der diese andere  unkriminelle Normalität der Ha- dokumentarfilm berlin hasenheide,nana rebhan,neuköllnsenheide zeigt.

„Berlin: Hasenheide“ heißt der 72-minütige Streifen, der für Nana Rebhan eine echte Her- zensangelegenheit war. „Ein Film, mit dem man Geld verdienen kann, ist das bestimmt nicht“, prognostiziert sie. Und auch auf etwas anderes ist die Filmemacherin vorbereitet: „Es wird sicher Vorwürfe geben, dass ich die Hasenheide verharmlosen will.“ Doch darum geht es ihr nicht. Der Dokumentarfilm por- traitiert vielmehr die meist unbeachtete Pa- rallelgesellschaft zur Drogen-Szene, die Men- schen und auch Tiere, die sich ebenfalls dort aufhalten.  Die in der Hasenheide ihre Gassirunden drehen, Tai-Chi-Übungen ma- chen, sich zum Kicken oder auf der Nudistenwiese treffen, die Wände der „Hasenschänke“ bemalen, mit Papageien auf dem Fahrradlenker durch den Park radeln oder an dessen Peripherie einen Hindu-hasenheide,neuköllnTempel bauen.

Es sind sehr liebevolle Portraits, die Kamerafrau Nana Rebhan und Ton- mann Alfred Exner von ihnen ge- zeichnet haben. Keine Stimme aus dem Off erklärt Dinge, die man ohnehin sieht, oder gibt den Aussagen der Protagonisten eine Richtung vor. „Regie hat bei den Drehs nicht stattgefunden, denn ich wollte ja keinen inszenierten Kunstfilm machen, sondern einen, der nah an den Menschen dran ist und sie so darstellt, wie sie sind“, sagt Nana Rebhan. Noch heute, zwei Jahre nach den Dreharbeiten, ist ihr die Überraschung darüber anzumerken, wie bereitwillig alle mitmachten. Am Ende waren 50 Stunden Material zusammen, die von Cutterin Justyna Hajda einer Jahres- und Tageszeitendramaturgie folgend auf eine gut  einstündige  Version  geschnitten wurden.  Dass  viele  von  denen, die  den Film

bereits vor der Premiere am 14. Oktober bei Presse- oder Testvorführungen gesehen haben, meinten, er hätte ruhig länger sein dürfen, sei ein schönes Kompliment, sagt Nana Rebhan. Eines, das sie ebenso gerne hört, ist: „Ich hab jetzt richtig Lust be- kommen, in die Hasenheide zu gehen.“

Die Joggerin Nana Rebhan dreht dort nach wie vor täglich ihre Runden, inzwischen aber ohne die gleichnamige Regisseurin und Kamerafrau im Schlepptau: „Film- mäßig ist das Thema für mich einfach abgeschlossen.“ Über das nächste Projekt will sie momentan noch nicht mehr verraten, als dass es auch wieder um etwas Neuköllnisches gehen wird.

„Berlin: Hasenheide“ läuft ab 14. Oktober im Moviemento-Kino. Die An- fangszeiten in der ersten Woche sind: Do. – Mo. 17 und 18.45 Uhr, Do. 22.30 Uhr, Fr.  – Mo. 20.30 und 22.15 Uhr, Fr. -. Sa 0 Uhr, Sa. 11 Uhr, Sa. + So. 12.15, 14 und 15.30 Uhr, So. 10.15 Uhr, Di. 13 Uhr, Di. + Mi. 16.30, 18.15 und 23 Uhr.

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Wow!

Manchmal  lohnt’s  sich doch, obwohl  das Ziel in  östlicher Richtung liegt, noch einen

sonnenuntergang tempelhofer feld

tempelhofer feld, öffnungszeiten tempelhofer park 9-11/2010,neukölln,tempelhof,berlinkleinen Abstecher in westlichere Gefilde zu machen. Als Dankeschön gab’s gestern dieses grandiose, garantiert nicht verphotoshopte Spektakel am Himmel über Tempelhof – ’ne halbe Stunde bevor es am Gehege „Schotten dicht!“ hieß.

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Guten Rutsch!

„Noch drei Minuten!“ Vanessa sagt das in einem Tonfall, der dem beim Warten auf die Bescherung am Heiligabend gleichen dürfte. Ihre Freundin Sarah, die neben ihreisstadion neukölln,saisonstart  2010/11,eislaufsaison,werner-seelenbinder-sportpark,neukölln an der Bande lehnt, nickt. Ein paar Schritte weiter treten die ungeduldig von einem Fuß auf den anderen, die unbedingt die Ersten sein wollen. Es sind ausschließlich Jungs. „Wo bleiben Fatma, Laura und Emre?“,  schreit eine Mädchenstimme aus einem Pulk heraus, der sich am Kiosk versammelt hat.

Dann ist es soweit. Das Tor zur blitzeblank polierten Eisfläche im Neuköllner Werner-Seelenbinder-Sportpark wird geöffnet, die Eislaufsaison 2010/11 eröffnet.  „Geil, ey! Endlich wieder!“ Jubelnd strömen die ei- nen aufs glatte Kalte, bewegen sich dort, als hätten sie auch im eisstadion neukölln,werner-seelenbinder-sportpart,wintersaison 2010/11,eislaufsaisonSommer täglich auf Schlittschuhen gestanden. Andere starten leiser und weniger rasant  in die neue Eiszeit, machen erst ein paar vorsichtige Schritte bevor sie sich ans Gleiten wagen, ein paar Kringel drehen oder rückwärts laufen. Viele der Mädchen machen es Hand in Hand, die Jungs nicht. Auf dem Eis will wohl keiner bei den Kumpels uncool wirken. Dann lieber ein bisschen wackelig auf den Kufen stehen.

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Klare Ansage

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Noch im Schatten großer Messen: Neuköllns Kunstturm

Es künstlert gewaltig an diesem Wochenende in Berlin: Die internationale Kunst- messe art forum berlin lockt in die Messehallen am Funkturm, im Bezirk Mitte laden mehr als 40 Galerien zum Open Weekend ein, in Kreuzberg gastiert die STROKE.03 Urban Art Fair und in Neukölln der Berlin Art Tower.

berlin art tower 2010,neukölln,alte kindl-brauereiBerlin Art Tower – das klingt, als dürfe oder müsse man hoch hinaus und die über 150 Stufen bis in die Spitze des berlin art tower 2010,neukölln,alte kindl-brauereiTurms der alten Kindl-Brau- erei erklimmen, um dem Kunst- genuss zu frö- nen. Dem, das sei gleich vorab gesagt, ist aber nicht so. Doch zu sehen gibt es auch im Fuß des Turms genug.

Auf über 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentieren bei der dritten Berlin Art Tower noch bis zum 10. Oktober rund 100 berlin art tower 2010,neukölln,alte kindl-brauerei,arne lösekanninternationale Künstler Kostproben ihrer Arbeit.

Die zweifellos imposanteste zeigt der berlin art tower 2010,neukölln,alte kindl-brauerei,arne lösekannHamburger Ar- ne Lösekann:  Quer durch die ganze Kessel- halle zieht sich die schweben- de Treppe des Architekten und Künstlers. Wer allzu forsch in die Halle geht, wird eher in Kniehöhe spüren als sehen, was die weißen Objekte schweben und eine Treppe bilden lässt.

Erheblich kleinteiliger sind die Installationen anderer Künstler, die wie Lösekann die Besonderheiten der Umgebung nutzen und in der Kranhalle mit der Ar- chitektur der ehemaligen Brauerei spielen.

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Konventionelles Interieur umgibt dagegen die Werke in der Galeriehalle berlin art tower 2010,neukölln,alte kindl-brauereider auf dem Kindl-Gelände beheimateten CoachingCulture Gallery. Weiße Stellwände verwehren den Blick auf dreckig graue Fabrik- berlin art tower 2010,neukölln,alte kindl-brauereimauern und lenken ihn aufs Wesentliche: die so facetten- reichen und spannenden Bilder, Collagen und Objekte junger oder etablierterer Künstler

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Ruhrpott-Szenen in Neukölln

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Wie sich manche Bilder doch gleichen … Aber eines steht fest: Der pelzige Fenstergucker war vor den Berliner Einsichten da.

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Neukölln ist spitze … unter Berlins Wein-Anbaugebieten

schulgarten carl-legien-schule,neukölln,weinlese,rixdorfer weinmeisterAm Neuköllner Dammweg im Schat- ten der Hochhäuser der Weißen Sied- lung vermutet man ja so manches, einen riesigen Schulgarten mit rund weintrauben,schulgarten carl-legien-schule,neukölln,weinlese400 Rebstöcken aber eher nicht. Dabei gibt es ihn schon seit 1973.

Vorgestern wur- de mit der Wein- lese des Jahrgangs 2010 begonnen.  „So spät waren wir noch nie dran“, stellte Nicola Groth fest. Sie ist die Direktorin der Carl-Legien-Oberschule, zu der der Schulgarten gehört; die Winzerei obliegt etwa 20 Schülerinnen und Schülern des Fachbereichs Agrartechnik. Trauben der Rebsorten Müller-Thurgau, Ortega, Huxel und Phönix wachsen am Dammweg. In diesem Jahr haben ihnen die vier Feinde der Landwirtschaft, die Jahreszeiten, kräftig zugesetzt: Erst der lange eisige Winter, dann ein nicht eben optimaler Frühling, dem ein zu kurzer heißer Sommer folgte, und schließlich der Herbst mit seinem Überangebot an Regen. „Mit um etwa 30 Prozent reduzierten Erträgen muss man schon rechnen“, sagte Frank Pietsch, der Vorsitzende des Fördervereins vom Weingarten Berlin, der ebenfalls zum Auftakt der Weinlese nach Neukölln gekommen war. Doch was für gewerbliche Winzer ein Fiasko wäre, ist für Berliner Weinbauern bestenfalls äußerst bedauerlich. „Denn“, so Pietsch, „obwohl es hier eine lange Weinbautradition gibt und Berlin im Mittelalter ein wichtiger Weinstandort war, hat die Stadt keine Rebrechte. Daher darf mit Berliner Weinen kein Handel betrieben werden.“

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v. l.: Hermann Rosenberger, Viktoria I., Frank Pietsch, Franziska Giffey, Nicola Groth

So sucht man auch den Rixdorfer Weinmeister aus dem Carl-Legien-Schulgarten in Weinlä- den und Supermarktre- galen vergeblich. „15 bis 20 Flaschen werden je- des Jahr auf dem Rix- dorfer Weihnachtsmarkt versteigert, der Rest wird bei offiziellen Anlässen ausgeschenkt“, erklärt Schulleiterin Groth. Auf bis zu 100 Flaschen brachten es die Ernten der letzten Jahre regelmäßig. „Und die Schüler sind beim gesamten Prozess dabei, ernten, pressen, keltern, füllen den Wein in Fässer und später in Flaschen, an deren Etiketten sie auch mitgearbeitet haben.“

schulgarten carl-legien-schule,neukölln,weinlese,rixdorfer weinmeisterDas sei einzigartig, sagt Hermann Rosenberger, schulgarten carl-legien-schule,neukölln,weinleseder lange an der Carl-Legien-Schule arbeitete und dem Projekt Weinanbau nach wie vor sehr verbunden ist. Der Schulgarten zählt zu den drei Weinlagen auf dem Territorium Neuköllns. „Damit“, so Rosenberger, „stellt schulgarten carl-legien-schule,neukölln,weinleseNeukölln ein Drittel der rixdorfer weinmeister,schulgarten carl-legien-schule,neukölln,weinanbau berlinWeinanbaugebiete in Berlin und ist eindeutig Spitzen- reiter.“ Vergleichs- weise verhalten fällt dagen die Begeiste- rung des Wein-Ex- perten aus, wenn man ihn auf die zu erwartende Qualität des 2010er-Jahr- gangs anspricht. „80 bis 100 Grad Oechsle haben wir gemessen“, sagt er, „das ist schulgarten carl-legien-schule,neukölln,weinlese,weinkönigin viktoria Igut.“ Mehr sei bei dem Wetter nicht drin gewesen.

Als die Neuköllner Bezirksstadträtin Franziska Giffey die Carl-Legien-Schule-Absolventin Viktoria zur Wein- königin Viktoria I. kürte, zeigte es sich dann aber doch noch von seiner guten Seite.

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Neuköllner Gipfelstürmer

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Ob diese beiden Gipfelstürmer zu einem vom Estrel Hotel georderten Putztrupp oder zu einem Fortgeschrittenen-Kurs der Kletterer aus der benachbarten T-Hall gehörten, ließ sich leider nicht erkennen.

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Wo sie recht haben …

gentrifizierungshysterie neukölln,schwachmaten-logikZumindest die Mieter der Häuser, an denen  Gentrifizierungsparanoiker ihre verquasten Weisheiten hinterlassen, werden das bestätigen.

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Standortnachteil Neukölln?

ausgebrannter dhl-transporter, lichtenrader straße, neuköllnStellen wir uns mal vor, die Lichtenrader Straße läge statt in Neukölln in Grunewald oder mitten im Regierungsviertel und dort wäre vor fast drei Wochen ein Anschlag auf einen DHL-Transporter verübt worden.

Würde dieser stinkende Schrotthaufen da wohl auch immer noch park- weil fahr- untüchtig eine Parkbucht blockieren, die Gegend verschandeln und auf seinen Abtransport warten? Eher unwahrscheinlich.

Weil die Lichtenrader Straße aber in Neukölln liegt, scheint ein zügiges Handeln nicht angemessen. Schrieben wir nicht das Jahr 2010 sondern schon 2017, sähe die Sache aber vermutlich anders aus. Denn den Anblick dieses Schandorts würde wohl niemand den IGA-Besuchern zumuten wollen, die durch Neuköllns Schillerkiez zum Tempelhofer Feld Park trotten.

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Besuch in einer fremden Welt am Neuköllner Columbiadamm

sehitlik-moschee columbiadamm,berlin-neukölln,tag der offenen moscheenSie kamen – alleine, in Gruppen, als Paare oder mit der ganzen Familie. Schon nachmittags waren bei der Sehitlik-Moschee am Columbiadamm in Neu- kölln am gestrigen „Tag der offenen Moschee“ an die 2.500 Gäste gezählt worden.

Viele hielten den Drachen, die Inlineskates oder das Skateboard noch in der Hand – untrügliche Zeichen dafür, dass der Moschee-Besuch mit dem des angrenzenden Tempelhofer Feldes verbunden werden sollte. Oder dass ein Programmpunkt bereits absolviert war. Andere outeten sich durch löchrige Socken als Spontanbesucher. „Schon ’n bisschen peinlich, aber das ist mir jetzt wurscht“, beschloss eine Frau aus Schöneberg mit Blick auf ihre durch die Strümpfe schimmernden lackierten Zehennägel. „Die Möglichkeit, sich die  Moschee von  innen anzugucken, gibt’s  ja nicht jeden Tag.“ Die gibt es zwar sehr

sehitlik-moschee columbiadamm,berlin-neukölln,tag der offenen moscheen sehitlik-moschee columbiadamm,berlin-neukölln,tag der offenen moscheen sehitlik-moschee columbiadamm,berlin-neukölln,tag der offenen moscheen

wohl, zumindest von montags bis freitags, doch das scheint, was auch ein Moschee-Sprecher vermutet, unter Berlin-Touristen bekannter zu sein als bei den Berlinern sehitlik-moschee columbiadamm,berlin-neukölln,tag der offenen moscheenselber. So ist es immer wieder der seit 1997 alljährlich am 3. Oktober stattfindende „Tag der offenen Moschee“, dsehitlik-moschee columbiadamm,berlin-neukölln,tag der offenen  moscheener Neugierige in Scharen in die Sehitlik-Moschee zieht.

Das Staunen ist groß und es gilt nicht nur der prächtigen Ge- staltung des Gebetssaals. „Die Kuppel symbolisiert den Himmel, der Kronleuchter die Sonne und der Teppich die Erde“, erfahren die Besucher. Ebenso, dass der niedrige, zum Bücken zwingende Zugang zum Lehrstuhl kein Konstruktionsfehler sondern der Demut gezollt ist. Ja, dass sogar die Stufen zum Lehrstuhl eine Bedeutung haben und für Erkenntnisstufen stehen. „Hätte ich nicht gedacht, dass hier fast alles Synonym für irgendwas ist“, murmelt die Schönebergerin beeindruckt. „Ist das in christlichen Kirchen auch so?“ Nach der Moscheeführung hat sie beinahe das Gefühl mehr über den Islam zu wissen.

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Zusammengerauft

Glaubt man dem, was Statistiken besagen, dürfte es Claudia und Wolfgang eigentlich gar nicht geben. Jedenfalls nicht als Paar, denn Wolfgang ist ein Ost-Mann und  Claudia eine dieser bei Ost-Männern an- geblich so unbeliebten West-Frauen.

„Ich lieb sie trotzdem“, sagt er, der zu allem Überfluss auch noch drei Jahre jünger ist als sie. Das gemeinsame Torpedieren von Klischees schweißt offenbar zusammen, selbst wenn die im Alltag ziemlich unbe- deutend sind. „Wolle ist ’ne faule Socke, deshalb war’s ihm nie wichtig Karriere zu machen, obwohl er das Zeug dazu gehabt hätte“, beschreibt Claudia ihn. Er nickt zustimmend, grinst als er sich anhören muss, dass sie seine Bequemlichkeit, die sie anfangs fast wahnsinnig gemacht habe, mittlerweile sehr zu schätzen weiß: „Mit ihm kann man prima abschalten und den Stress im Job vergessen.“

Als am 9. November 1989 die Mauer fiel, lebte Wolfgang im Berliner Bezirk Treptow, die damals 22-jährige Claudia nur zwei S-Bahnstationen von ihm entfernt in Neukölln. „So sehr’s mich für die DDR-Leute gefreut hat, dass sie endlich raus konnten, so sehr hat mich ihre Invasion am Anfang genervt“, erinnert sich die gelernte Altenpflegerin, die seit einer Weiterbildung zur Pflegedienstleiterin als PDL in einem Seniorenwohnheim arbeitet. Einen persönlichen Bezug zu dem Trubel bekam sie erst, als sich der schon gelegt hatte: „Dadurch, dass Wolle vor mir stand.“ Im Sommer 1991 war es, weil im Altenheim, in dem Claudia tätig war, etwas repariert werden musste – von Wolfgang, dem Elektriker, und einem seiner Kollegen.

„Unser Tag der deutschen Einheit“, finden beide, „ist der 27. August.“ In diesem Jahr begingen sie ihn zum 19. Mal, die kurze Trennungs-Auszeit zwischendurch zählt nicht, haben sie beschlossen. Der 3. Oktober ist aus einem anderen Grunde für Claudia und Wolfgang wichtig: Es ist der Geburtstag ihrer Tochter, die heute 14 wird, nicht Anna, Jacqueline, Marie oder Jennifer heißt und erstmals mit verheirateten Eltern feiern kann.

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Neue Disziplin für Unsportliche entdeckt

eingesprungene anwohner,okerstraßenfest,neuköllnNoch gut 15 Monate bis zur Eiskunstlauf-WM in Nizza. Reichlich Zeit also, den eingesprungenen Rittberger bis zur Perfektion zu trainieren.

Eine neue Disziplin, die keine sportlichen Höchstleistungen verlangt und ohne großes Üben möglich ist, konnte man heute an diesem Stand des Okerstraßenfests  in Neukölln kennen lernen: den eingesprungenen Anwohner. Mehr als die okerstraßenfest,neuköllnInformation, dass sie nur einge- sprungen seien, ließen sich die diskreten Statisten der Bürgerbeteiligung unter den bunten Luftballonen leider nicht entlocken.

Für alle, die auch schon immer gerne mal einen Okerstraßenbewohner geben wollten, stehen – wie man sieht – noch einige  Marktstände und Tische und Bänke zur Verfügung. Schnell sollten spontan Interessierte allerdings sein, denn das Okerstraßenfest geht nur noch bis 19 Uhr.

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Acht Hektar fürs Wunschdenken auf dem Tempelhofer Feld

Vorgestern wurden im Hangar 1 des ehemaligen Flughafens Tempelhof die ersten 19 (möglichen!) Pionier-Projekte vorgestellt: Vormittags eine Pressekonferenz mit Berlins Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer, abends eine Infor- mationsveranstaltung mit Senatsbaudirektorin Regula Lüscher und Verantwortlichen vom „Tempelhof Projekt“ sowie von der Grün Berlin GmbH fürs Volk. Ziemlich viel forum thf,pioniernutzung tempelhofer freiheit,tempelhofer  feld,berlin-tempelhofGetöse für die Pläne von 19 Pro- jektträgern, die momentan mehrheit- lich vor allem aus Ideen und Ab- sichtsbekundungen bestehen. Das Wichtigste fehlt jedoch den meisten noch: eine Finanzierung. Doch das konkret zur Sprache zu bringen, schien so gar nicht im Interesse der Offiziellen zu liegen.

Auch Ingeborg Junge-Reyer trug im rbb-Abendschau-Interview kräftig zur Verschwiemelung des Sachverhalts bei. So könnte ihr auf die Projektinitiatoren gemünzter Satz „Ich bringe die Finanzierung mit!“ leicht den Eindruck erwecken, dass diese bereits mit Geldkoffern in den Startblöcken hocken. Dem ist aber nicht so. Und auch die durch Junge-Reyers Aussage genährte Annahme, öffentliche Mittel würden bei der Realisierung der Pionier-Vorhaben gar keine Rolle spielen, ist mit Vorsicht zu genießen. So soll beispielsweise die Finanzierung des Kulturnetzwerk Neukölln-Projekts „Jet Set“ im Pionierfeld Oderstraße zum Großteil durch den Hauptstadtkulturfonds und mit 5.000 Euro aus dem Soziale Stadt-Topf des Quar- tiersmanagements Schillerpromenade gespeist werden. Bewilligt ist bislang nur letzteres.

Gut möglich also, dass im Frühjahr 2011, wenn die meisten der 19 Pioniere der ersten Stunde starten wollen, einige von ihnen ihre Konzepte für die große Tempelhofer Freiheit ob fehlender finanzieller Mittel wieder in den Schubladen versenkt haben.

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Falls jemand es noch nicht mitgekriegt hat …

der frühling ist da,körnerkiez,neukölln

Nur echt mit reichlich welkem Laub drumrum. In Neukölln ist eben vieles ein bisschen anders.

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