Neues vom Facelifting des Richardplatzes

Vor knapp zwei Monaten begann es: Neuköllns Baustadtrat Thomas Blesing setzte den ersten Spatenstich zur Umgestaltung des Richardplatzes und Bagger rollten an, um die saftig grüne, von einem Trampelpfad durchzogene Rasenfläche auf dem westlichen Teil des Richardplatzes abzutragen. „Die bislang teilweise ungepflegt wirkende Platzfläche wird mit neuen Wege- und Rasenflächen neu strukturiert bzw. den Bedürfnissen der querenden Passanten angepasst“ , verkündete eine Presse-Information  aus  dem Rathaus. Ebenso  erfuhr man, dass  die Bauarbeiten rund drei

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Monate dauern und etwa 180.000 Euro kosten würden. Knapp zwei Drittel der Zeit sind also geschafft, und der neu gestaltete Richardplatz ist schon jetzt kaum mehr wieder zu erkennen: Die Flächen, die noch frei von Kopfsteinpflaster und für Rasen übrig  sind, beschränken  sich auf ein Minimum. Dafür  finden künftig Horden queren-

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der Passanten ihren Bedürfnissen angepasste Bedingungen vor. Was war das auch immer für ein Gedränge und Gerempel auf dem schmalen Trampelpfad …

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In den Neuköllner Leuchtturm und dann immer geradeaus!

neuköllner leuchtturm, neuköllnDas ist nun die Marschrichtung für die 58 Mentoren und mentorenprojekt der kepler-oberschule,neuköllner leuchtturm,neuköllnMentees, die aktuell an „Fit für den Be- ruf“, dem Mentoren- projekt der Kepler-Schule, teilnehmen. Denn das hat seit letzten Freitag eige- ne Räumlichkeiten im Hinterhof des wohl auffälligsten Hauses im Körnerkiez, im Neuköllner Leuchtturm.

„Vorher“, sagt Projektleiterin Ursula Rettinger, „gab’s oft Platzprobleme.“ Das Mentorenprojekt sei schließlich nicht das einzige, das im Vorderhaus des Leuchtturms die Räume der Bürgerstiftung Neukölln benötige.  Sie hatte 2006 begonnen, Neuntklässlern der Kepler-Schule ehrenamtliche Mentoren an die Hand zu geben, um die  Schülerinnen und Schüler beim Übergang vom Schul- in den Berufsalltag zu begleiten. Der Grundstein für den Erfolg war gelegt. Zwei Jahre später zog sich die Bürgerstiftung Neukölln aus der Organisation des Projekts zurück und übergab es in die Trägerschaft des Fördervereins der Kepler-Schule.

„Mit den eigenen Räumen ist das Vorzeigeprojekt unserer Schule zur Vollendung gereift“, erklärte dessen Vorsitzende Martina Liebchen bei der Eröffnungsfeier. Eine eigene kleine Küchenzeile, zwei Arbeitsplätze und ein Besprechungstisch – so wenig und doch so viel: „Besonders für die Gespräche zwischen Mentoren und Mentees ist es enorm wichtig einen Raum zu haben, in dem sie ungestört zusammen kommen können.“ Dass die Treffen der Schüler mit ihren erwachsenen Pfadfindern außerhalb der Schule und auch nicht in privaten Bereichen stattfinden, gehört zum Programm. „Milieuüberschreitung“ nennt Friedemann Walther, der Vorstandsvorsitzende des Bürgerstiftung Neukölln, diesen wichtigen Baustein zum erfolgreichen Passieren der Grenze zwischen dem ersten und nächsten Ernst des Lebens durch zivil- gesellschaftliche Begleitung.

Durch das Mentorenprojekt träfen Jugendliche auf Menschen, die sie sonst nie kennen gelernt hätten, bestätigt auch Ursula Rettinger. Ihr obliegt die Zu- sammenstellung der Paar-Konstellationen, die mancher Mentee gerne aufgehoben sähe. „Natürlich“, sagt sie, „gibt es immer wieder den Wunsch, den Mentor mit einer Freundin oder einem Freund zu teilen. Aber das kommt nicht infrage.“ Auch wenn es die Warteliste verkürzen würde. Inzwischen müsse sie nicht mal mehr Werbung machen, um neue Mentoren oder weitere Schüler zu finden, erklärt die Projektleiterin. Die Mundpropaganda aktueller Teilnehmer reiche völlig aus. Der Erfolg tut ein Übriges:  Die Quote derer, die an der Kepler-Schule dank der Mentorenbetreuung den Mittleren Schulabschluss schaffen, sei deutlich gestiegen.

Mehr Probleme bereitet dagegen die Kontinuität bei der Finanzierung des Projekts. Bis zum Jahresende sei es durch ESF-Mittel und die Unterstützung des Lions Club Berlin-Wannsee gesichert. Was danach kommt, müsse man sehen. „Immerhin müssen wir uns keine Sorgen wegen der Miete machen“, sagt Ursula Rettinger. Die Bürgerstiftung Neukölln wolle sich um Sponsoren für diesen Kostenfaktor kümmern.

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