Gründlich verrechnet

Jahrelang konnte man es sich auf der Schillerpromenade zwischen Herrfurthplatz und Okerstraße richtig gemütlich machen. Es gab zahlreiche Bänke entlang des Fußgängerwegs auf der Mittelpromenade, und vor einigen waren sogar Tische in- stalliert: Praktisch, um die Zeitung darauf zu legen, die Ellbogen abzustützen, Bierflaschen darauf abzustellen, mal die Beine  hochzulegen oder größeren Gruppen ein Mehr an Sitzgelegenheiten zu bieten.

Vor etwa einem Vierteljahr war es aber vorbei mit dem Komfort. Das Naturschutz- und Grünflächenamt (NGA)  Neukölln baute die Tische ab und reagierte damit auf Beschwerden, die vermehrt von Anwohnern der Schillerpromenade gekommen seien. Insbesondere das Tischangebot, argwöhnten die, habe den Effekt, dass Trinkergruppen den Grünstreifen zu ihrer guten Stube machen und sich so benähmen, wie man es sich von keinem Nachbarn wünscht: lästig, vermüllend und laut.

Seitdem sind die Tische also weg, die für manchen unerwünschten Nachbarn – wie zu erwarten gewesen sein müsste – jedoch nicht. Auf die veränderten Bedingungen haben sie sich schnell eingestellt. So überaus wichtig sind Tische für das gemütliche, feuchtfröhliche Beisammensein nun wirklich nicht. Und für den Fall, dass jetzt auch noch die Bänke verschwinden sollen, wurde schon mal Vorsorge getroffen.

schillerpromenade, neukölln, vermüllung

_ensa_

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