Der entscheidende Unterschied

verschneites tempelhofer feld_berlin-neuköllnWoran erkennt man, dass dieses Foto zwei Monate alt ist? Am Schnee, sollte man vermuten. Dem ist aber nicht so! Der liegt auch heute, am Vortag des astronomischen Frühlingsanfangs, auf dem Tempelhofer Feld – nicht immer noch, sondern schon wieder. Nein, zu erkennen ist es daran, dass auf dem Foto etwas fehlt: die Gedenksäulen, die nun gedenksäule charlotte wolff, gedenksäule fritz ausländerals Stadtmarkierung anlässlich des Berliner Themen- jahrs “Zerstörte Vielfalt” nahe dem Neuköllner Ein- gang an der Herrfurthstraße stehen.

Eine ist dem Lehrer und Politiker Fritz Ausländer ge- widmet, der 1943 seinem Leben ein Ende setzte. Die andere erinnert an die Ärztin und Sexualwissen-schaftlerin Charlotte Wolff, die vor ihrer Inhaftierung im Februar 1933 in Neukölln arbeitete und später nach London flüchtete, wo sie 1986 starb.

Was erkennt man auf diesem knapp zwei Wochen alten Foto der beiden Gedenk-säulen außerdem? Dass sich zwischen Schnee und Schnee schon kurzfristig ein Hauch Frühling gedrängt hatte.

Hinten nicht wie vorne

In Fietswinkel geht es momentan zu wie in der Praxis eines Allgemeinmediziners während der Hochsaison grippaler Infekte. “Gearbeitetet wird vormittags. Nach- mittags, wenn wir geöffnet haben, kommen wir kaum dazu, weil sich die Leute gegenseitig die Klinke in die Hand geben”, sagt Wolfgang Mrosek, der Inhaber der Fahrradwerkstatt im Schillerkiez. Seine Patienten haben fast alle das fahrradreifen-reparaturgleiche Problem: Sie sind hinten nicht annähernd so gesund wie vor- ne. “Das Zeug, das überall ver- streut wird, damit wir nicht aus- rutschen, ist unsinnigerweise so dermaßen scharfkantig, dass man ohne unplattbare Rei- fen keine Chance hat. “Wer es nicht glaubt und die Skepsis mit blutigen Händen bezahlen will, solle einfach mal ein Häufchen der Krümel eine Weile zwischen den Handflächen reiben, rät der Zweirad-Doc.

Dafür, dass er auch außerhalb der Split-Saison keine Zeit hat, im Fietswinkel eine ruhige Kugel zu schieben, sorgt etwas völlig anderes: die Nähe des Ladens zum Tempelhofer Feld. Auf rund 600 Prozent beziffert Mrosek das Mehr an Reparaturen, die durch das Aufeinandertreffen von Flaschenscherben und Fahrradreifen nötig werden, seit der Kiez zum Ein- und Ausfallstor für Partypeople und Griller geworden ist. Freude darüber, dass er davon ebenfalls profitiert, ist ihm aber nicht anzumerken. Wahrscheinlich, weil das Reifenflicken im Akkord ähnlich unprickelnd ist wie ein hustender und schniefender Patient nach dem anderen.

=ensa=

Vorboten

Sie mag es, wenn alles ordentlich und gepflegt aussieht. Zustände, wie sie derzeit in ihrem Garten herrschen, sind ihr ein Gräuel. Eigentlich. “Sonst nehme ich die leer ge-

es grünt_neukölln

pickten Netze immer gleich ab”, sagt sie. Aber nun – in diesem Winter, dessen Ende wie die BER-Eröffnung immer weiter nach hinten geschoben wird – lässt sie die Überbleibsel der Meisenknödel und Futterstangen hängen. So sehe es dann wenigs- tens schon mal ein bisschen grün und nach Frühling aus.

Auf Eis gelegt

sonnenuntergang on the rocks_neukölln

Ob mit goldig wie die Oscars schimmernden Sonnenstrahlen klappt, was bei Fischen als probates Mittel zur temporären Frischhaltung taugt? Auf dem Tempelhofer Feld gibt  es gleich mehrere solcher  Versuchsstrecken – noch.

Durchfallende Posten

bsr-mülleimer_neuköllnÜberquellende Mülleimer sind ein Ärgernis, überall in der Stadt und nicht nur in Neu- kölln. Hier wird das Szenario jedoch immer seltener.

Daran, dass sich der gemeine Neuköllner einen Dreck um Mülleimer schert, sondern sei- nen Müll lieber da fallen lässt, wo er ihn loswerden will, liegt das auch. Aber nicht nur. Der entscheidende Grund ist viel- mehr, dass das Fassungs-vermögen etlicher Neuköllner Mülleimer durch einen klei- nen Trick erheblich vergrö- ßert wurde. Durch ihn kann oben hemmungslos nachge- stopft werden; die optische Entsorgung übernimmt dann der nächste Schneeschauer. Im Sommer klappt der Trick also nicht.

In Weiß

Handschuhe erschweren das Bedienen von Handys oder Smartphones ziemlich. Schneller geht es, die Botschaft, die einem wichtig ist, auf die nächstbeste verschnei-

1_schneebotschaft_neukölln2_schneebotschaft_neukölln

te Windschutzscheibe oder Motorhaube zu schreiben (wo sie aber auch schnell wieder weg sein können). In Neukölln wird davon derzeit trotzdem häufig Gebrauch gemacht. So liebevoll wie bei diesen auf der Karl-Marx-Straße entdeckten Beispielen geht es aber nicht immer zu.

Ironie des Schicksals

Über 350 Menschen, die 1737 ihre böhmische Heimat verlassen mussten, um weiterhin Protestanten sein  zu können, hat  er in Neukölln, das damals  noch Rixdorf

Friedrich Wilhelm I.-Statue_Böhmisches Dorf_Neukölln

hieß, zu einem neuen Zuhause verholfen. Nun hat Friedrich Wilhelm I. selber kein Dach überm Kopf und ist den Schneeflocken, die über den Platz vor dem  Museum im Böhmischen Dorf  treiben, schutzlos ausgeliefert.

Koppheister

Im Vergleich mit seinen Vorgängern, die im Schnee versanken und/oder Berlin vereisten, ist der Winter 2012/2013 bislang eher ein ins Wasser gefallener. Dass sich

estrel hotel_neuköllner schiffahrtskanal

das Estrel kopfüber in den Neuköllner Schiffahrtskanal gestürzt hat, ist allerdings kein Akt der Solidarität, sondern nur eine Frage der Perspektive.

Nicht zuständig!

Vorbildlich geräumt ist dieser Bürgersteig vor einer Neuköllner Schule. Auf der nach der aktuellen Winterdienstregelung vorgeschriebenen Breite verdient  er das Prädikat

winterdienst_gehwegräumung neukölln

“schnee- und eisfrei”. Was links und rechts davon ist, fällt nicht in den Zustän- digkeitsbereich der Winterdienste, sondern ist Job des Tauwetters. Da sich das aber, so die Prognose der MeteoGroup, übermorgen aus Berlin verabschiedet und das Feld für Frost und Neuschnee räumt, bleiben vorbildliche Grundlagen für Hals- und Beinbrüche zurück.

Ladenhüter

Wenn überall Originale in verschiedenen Formaten, Güte- und Gewichtsklassen  zum

riesenschneeball_neuköllndeko-schneebälle_tedi neukölln

Mitnehmen herumliegen, sinkt das Interesse an käuflich zu erwerbenden Kopien.  Drastische Preisnachlässe sind die Folge, am Ladenhüter-Dasein der künstlichen Schneebälle ändern aber auch die nichts.

Gelungenes Experiment

Ihre Adresse möchte sie hier nicht lesen, Namen auch nicht. Die Gefahr, dass dann künftig schiefgeht, was bisher völlig problemlos funktionierte, wäre zu groß. “Unser Hausbesitzer weiß natürlich nichts davon”, sagt die Mieterin, die im Parterre des sanierten Neuköllner Altbaus wohnt und den Anstoß für den Akt gelebter Empathie und Nächstenliebe gab, der im vorletzten Winter im Haus Einzug hielt.

“Ich hatte ihn schon öfter bei uns im Kiez gesehen und ihm auch manchmal Geld gegeben”, erzählt sie. Eines Abends, als sie im dicksten Schneegestöber nach Hause kam, habe er im Eingang des Nachbarhauses Schutz gesucht: “Die Frage, ob er sich nicht bei uns im Hausflur unterstellen will, ist mir so rausgerutscht. Ich hab mich das richtig sagen hören.” Er habe vollkommen verblüfft gefragt, ob sie das ernst meine, und sie habe es bejaht. “Weil es immer weiter schneite und ich ihn bei dem Wetter nicht wie einen Hund vor die Tür jagen wollte, ließ ich ihn bei uns Treppenhaus übernachten.”

Seitdem habe er in etliche frostige Winternächte in seinem Schlafsack in der Nische unter den Briefkästen verbracht, manchmal sogar noch morgens Tee bekommen. “Als ich die Nachbar aus dem Vorderhaus fragte, ob was gegen einen Obdachlosen als Logisgast spräche, dachten die meisten wohl erstmal, dass ich ‘nen Knall hab”, erinnert sie sich schmunzelnd. Doch dann sei man schnell überein gekommen, ein paar Verhaltensregeln aufzustellen und es ausprobieren zu wollen. “Dass er keinen Anlass gibt, dass sich jemand belästigt fühlen könnte, war natürlich das Wichtigste dabei.” Sie sei selber sehr gespannt gewesen, ob er die Vorgaben einhalten würde: das strikte Rauch- und Alkoholverbot, die Ansage, die Schlafecke sauber zu halten, und nicht mit Kumpanen aus der Wohnsitzlosen-Szene über das vergleichsweise komfortable Notunterkunft zu reden. “Da können Sie sich aber drauf verlassen!”, habe er damals versprochen und sich mit Tränen in den Augen für das Angebot bedankt.

Eine leise Skepsis der Mieter blieb … bis heute unbegründet. Der erste Winter verlief ohne Vorkommnisse, die den Abbruch des Experiments bedeutet hätten, der zweite und der jetzige ebenfalls: “Unser Olo, wie wir ihn nennen, macht es uns wirklich leicht, ganz direkt und effizient Hilfe zu leisten.” Vor einigen Nächten habe er beschlossen, ohne die auskommen zu wollen – für diesen Winter.

=ensa=

Zu früh gefreut

Es war nicht zu übersehen. Den Winter 2011/2012 hatten etliche Neuköllner bereits  abgehakt und sich kurzum von dem getrennt, was im  Frühling,  Sommer und  Herbst

unnütz ist: Insbesondere verwaiste Mützen prägten in den letzten Tagen das Straßenbild, aber auch  über Schals und Handschuhe ließ sich vortrefflich stolpern. Mit einem Frau Holle-Comeback hatten viele offenbar nicht gerechnet – nun ist es da.

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Alle Jahre wieder …

… ist plötzlich Winter. Wer konnte damit rechnen?

So, dann hatten wir jetzt 2012 in Berlin und somit auch in Neukölln immerhin drei Tage mit Schneefall. Der erste Tag lieferte uns einen knappen Zentimeter lockeren Schnee, der ohne Zutun am nächsten Tag wegsublimiert wäre. Dies war natürlich das  Zeichen für die Winterdienste, die wahrscheinlich vor lauter Langeweile voller Tatendrang waren, die Radwege entlang der Oderstraße und des Columbiadamms zentimeterdick mit Split zu bedecken. Denn klar, Split hilft gerade bei so kleiner Auflagefläche wie einem Fahrradreifen ganz immens!

Das Streuen von Radwegen ist im Straßenreinigungsgesetzt explizit nur bei extremer Glätte zugelassen, das muss ich der BSR oder ihren Sub- unternehmern sicher nicht erklären. Die parallel geführten Gehwege wurden entweder nur vorbildlich freigefegt und waren entsprechend gut – wenn auch illegal – befahrbar. Oder sie wurden gar nicht geräumt, was natürlich dazu führte, dass Fußgänger auf dem für sie gesplitteten (Rad-)Weg liefen.

Nunja, der Schnee war vorerst weg, der Split blieb. Dann kam es zur zweiten Katastrophe: ganze drei Zentimeter Schnee, die auch noch liegen blieben. Hier trat man aber natürlich erst einen Tag später in Aktion. Wer will schon Samstag oder Sonntag vor die Tür? Was wurde getan? Zufällige Wege mit möglichst wenig Aufwand geräumt – nur nicht zweimal die selbe Strecke fahren, um die gesamte Breite zu räumen. Zweispurige Radwege wurden nur irgendwie in der Mitte gefegt und natürlich brav gesplittet. Teilweise wurde auch gar nichts getan, die Radfahrer fuhren sich also an Hauptverkehrsadern wie zum Beispiel am Columbiadamm selber die Spur frei. Denn wozu sollte man auch Radwege räumen? Es blieb also bei Lippenbekenntnissen des letzten Jahres.

Meine Frage ist: Wie faul oder merk- befreit darf man bei einem Winter- dienst sein, der in diesem Winter bisher viel Standby aber nur drei Tage Arbeit hatte? Der gesunde Men- schenverstand sagt doch, dass Kurven besonders gefährlich sind, wenn sie schneebedeckt sind und dass sich ein luftgefüllter Fahrradreifen nicht mit scharf- kantigem Split verträgt. Gibt es keinen Sand mehr zum Abstumpfen der Wege? Oder ist es gar Anweisung, maximal die Hälfte der Wege zu räumen und besonders die Gefahrenzonen zu ignorieren? Wird nur nach GPS-Karte gefahren und das ZNS bleibt derweil aus?

Wenn die Berliner Stadtreinigung oder ihre Subunternehmer Nachhilfe in Sachen “Was macht Sinn beim Radwegräumen?” brauchen, stelle ich mich gerne zur Verfügung. Ich denke viele der Radpendler, die mit mir die Oderstraße und Umgebung benutzen, haben sicherlich auch noch den ein oder anderen Hinweis abzuliefern. Was uns allerdings neben dem schlechten Beigeschmack des erneuten Winterdienst-Versagens  bleibt, das sind – geschätzt: bis März – die Splitschichten.

=Ze evil Kohl=

Unerwarteter Ferientag in einer Neuköllner Grundschule

Gerade mal zwei Unterrichtstage hatten die Kinder der Neuköllner Karlsgarten-Grundschule nach dem Ende der Winterferien hinter sich gebracht, dann hatten sie schon wieder frei. Kältefrei, denn im Schulgebäude war es ungemütlich kühl. Zu frisch, um sich aufs Lernen konzen- trieren zu können. Draußen herrschte strammer Frost, und die Heizungen in der Schule waren  bestenfalls lau- warm und damit weit davon entfernt, ihren Zweck zu erfüllen.

Was war passiert? Dreh- und Angel- punkt war das am Kiehlufer gelegene Fernheizwerk (FHW) Neukölln, das rund 30.000 Haushalte und diverse öffentliche Einrichtungen mit wohliger Wärme versorgt – eigentlich. Doch dann kamen in der Nacht von Sonntag auf Montag Tiefsttemperaturen, die Berlin seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hatte, und auch am Montag waren zweistellige Minusgrade angesagt. “Wenn alle gleichzeitig ihre Heizungen bis zum Anschlag aufdrehen, kann das immer mal zu Problemen führen, sollte aber natürlich nicht so sein”, sagt FHW-Chef Ulrich Rheinfeld. Montagabend gingen für ihn die Probleme los: Störungen im regelungstechnischen Bereich bewirkten innerhalb von neun Stunden zwei fernheizwerk neuköllnAusfälle der Netzeinspeisung am Kiehl- ufer. “Das kann und wurde zwar durch das Heizwerk Weigandufer kompensiert”, räumt Rheinfeld ein, “trotzdem kam es aufgrund der Lastverschiebungen und der eingetretenen hydraulischen Veränder- ungen im Fernwärmenetz zeitweise zu einer partiellen Unterversorgung in eini- gen Versorgungsbereichen.” Weitere 12 Stunden habe es gedauert, bis alle betroffenen Gebäude wieder mit Fern- wärme vollversorgt waren. Da die Karlsgarten-Schule am weitesten von Kiehlufer entfernt ist und das heiße Wasser, das durch die FHW-Rohre fließt, den Rollberg hoch muss, habe dort am längsten auf angenehme Raumtemperaturen gewartet werden müssen.

Sehr flott ging es dagegen bei der Rixdorfer Schule. Dienstagvormittag mussten die Schüler noch frieren.  “Ab 14 Uhr wurden die Heizungen wieder heiß”, sagt Schul- leiterin Anke Peters. Kältefrei musste folglich nicht gegeben werden. Das galt auch für das ebenfalls von den FHW-Problemen betroffene Gebäude der Neuköllner Volks- hochschule, wo auch das Schulamt des Bezirks seinen Sitz hat. Das in der Nachbarschaft gelegene JobCenter Neukölln handhabte den weitgehenden Heizungsausfall im Haus flexibel. “Im Großen und Ganzen hatte die Störung keine Auswirkungen auf den Betrieb, weil sich die Raumtemperatur zum Glück nur langsam absenkte”, so Pressesprecher Uwe Mehlmann. “Aber Mitarbeiter, denen es zu kalt wurde, konnten früher gehen.”

Seit gestern ist es auch in der Karlsgarten-Grundschule “wieder wunderbar warm”. Ulrich Rheinfeld ist optimistisch, dass sich daran nichts ändert und die Panne im Fernheizwerk Neukölln die Ausnahme von der Regel bleibt.

  =ensa=

Frühling in Tüten

Im sommerlichen Dress hätte dieser Neuköllner nicht weniger Aufmerksamkeit erregt: Fragende Blicke folgten ihm, als er bei strengem Frost die üppig gefüllten Thermotüten eines Discounters durch die Straße trug. Beutel, die man normaler- weise benutzt, um Kaltes vor Wärme zu schützen, die aber überflüssig sind, seit nicht nur in Tiefkühltruhen Minustempera- turen herrschen.

Er habe außer Lebensmitteln auch Blumen gekauft, zwei Tulpensträuße und einige Primeln, für einen Hauch von Frühling in den eigenen vier Wänden, erklärt der Mann: “Ohne die Isoliertüten wären die doch hinüber, wenn ich damit zuhause ankomme.”

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Dieter macht’s möglich

Der Verbrauch von Tiefkühlkost steigt in Deutschland stetig. Waren es 1990 noch rund 40 Pfund, die pro Kopf verzehrt wurden, verzeichnete das Deutsche Tiefkühl- institut  20 Jahre später bereits eine  Verdoppelung des  Konsums. Die  Ambition, von

diesem Trend profitieren zu wollen, lässt sich derzeit auch vor zahlreichen Neuköllner Bäckereien erkennen. Für Fastfood-Fans sind die von Kältehoch Dieter natur- gefrosteten Schrippen und Kuchenstückchen allerdings nichts.

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Tierisch gut bewacht

Dieser Winter meint es wirklich gut mit Berlins Radfahrern: Zwar ist es reichlich frostig, aber weder Schnee noch Eis hindern sie bisher daran, sich auf ihren Drahteseln durch die Stadt zu bewegen.

Zunehmend schwieriger wird es allerdings, das Fahrrad mit ei- nem Spiralschloss an Verkehrs- schildern, Zäunen oder Fahrrad- ständern zu fixieren.  Denn je kälter es wird, desto unflexibler und störrischer wird auch die kunststoffummantelte Spirale. Wahlweise friert auch das Schloss gerne ein. Wohl dem Radler, der einen Hund hat, der mit mahnendem Blick auf das unabgeschlossene Zweirad aufpasst.

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Überlebenswichtig: Hilfen für Obdachlose in Neukölln

Trifft das ein, was die Meteorologen ankündigen, bleibt das Kältehoch mit extremen Minustemperaturen noch bis Mitte Februar in Berlin. Für die Obdachlosen in der Stadt bedeutet das einen rund um die Uhr währenden Überlebenskampf. Hier einige der Anlaufstellen, die ihnen in Neukölln Hilfe leisten:

Die Teupe: Notübernachtung für bis zu 24 woh- nungslose Frauen und Männer, die täglich ab 19 Uhr  in der Teupitzer Straße 39 eine Unterkunft, ein warmes Abendessen sowie Frühstück bietet.

Nachtcafé der St. Richard-Gemeinde: Die Ein- richtung in der Braunschweiger Straße 18 ist je- weils in den Nächten von Freitag auf Samstag geöffnet (von 19.30 – 22 Uhr Wärmestube, von 22 – 8 Uhr   Notübernachtung).

Kleiderkammer der St. Clara-Gemeinde: Beklei- dungsausgabe an Bedürftige immer dienstags von 9.30 – 11.30 Uhr im Pfarrbüro in der Briese- straße 15; auch Abgabe von Kleiderspenden er- wünscht.

Tee- und Wärmestube des Diakonischen Werks: Montags, mittwochs und sonntags von 16 – 20 Uhr sowie donnerstags von 9 – 14 Uhr versorgt die Ein- richtung in der Weisestraße 34 Bedürftige mit warmem Essen und heißen Getränken. Außerdem kann geduscht und Wäsche gewaschen werden; ferner bietet die Wärmestube eine Kleiderkammer sowie Beratung.

Kältebus der Berliner Stadtmission: Noch bis zum 31. März leistet der Kältebus Hilfe in Notsituationen. Das Team, das über die Rufnummer 0178 / 523 58 38 erreichbar ist, fährt Obdachlose oder hilflose Personen in Notübernachtungen, um sie vor dem Kältetod zu bewahren.

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Der Zeit voraus

Endlich ist er angekommen, der Winter in Berlin. Zumindest die Temperaturen lassen darauf schließen. Wie lange haben wir auf ihn gewartet. Und was ist im Winter am wichtigsten? Immer da laufen, wo gestreut ist! Moment … gestreut? Fehlt da nicht was? Waren die für Neukölln zuständigen Streu- dienste etwa so aufgeregt über die ersten richtigen Minusgrade, dass sie vergessen haben, dass die Streuerei erst bei gefal- lenem und liegen gebliebenem Schnee nötig ist?

Oder ist Neukölln jetzt so hipp, dass hier schon vor dem Eintreffen von Schnee und Eis gestreut wird? Ist der Bezirk dank der vielen Neu-Neuköllner jetzt zu neuem Reich- tum gekommen und versucht durch diese besondere Art der Vorsorge die Zuzügler hier zu halten und noch mehr Neue anzulocken: Neukölln ist sicher! Wir splitten, bevor der erste Schnee gefallen ist und Sie fallen! Über den (Un)Sinn der Prophylaxe splitten sich nun die Meinungen.

=Anna Sinnlos=

Rezeptfrei und ohne Nebenwirkungen

Natürlich kann man pfundweise Schokolade in sich reinstopfen, an Bergamotte-Öl schnuppern oder Johanniskraut-Präparate schlucken, um zu verhindern, dass das trübe Wintergrau die gute Laune vernebelt Effiziente Stimmungsaufheller gibt es aber auch in Neuköllner Blumenläden, und die haben garantiert keine Nebenwirkungen – außer vielleicht, dass einem anfänglich die Augen etwas tränen, vor Begeisterung.

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