Viel Rummel um Neuköllns Sozialstadtrat Szczepanski

“Nur ‘ne halbe Stunde, mehr Zeit hab ich nicht”, sagt Bernd Szczepanski, als er an einem der Biertische vor der Bühne der Neuköllner Maientage Platz nimmt. Kaffee ja, Kuchen nein, zu gemütlich soll es nicht werden. Er müsse noch seinen Unter- senioren-nachmittag_neuköllner maientagesuchungsbericht über den Einsatz von Bezirksamtsmitarbeitern bei der Erstellung des Buschkowsky-Buches “Neukölln ist überall” abgeben. Die rund 200 Senioren, die sich auf Ein- ladung von Maientage-Organisator Thilo-Harry Wollenschlaeger und dem Neuköllner Bezirksamt zu Kaffee, Kuchen und einer anschließenden Rummelrunde eingefunden haben, können es wesentlich entspannter angehen. “Die Ersten waren schon um 1 hier, also zwei Stunden vor Beginn der Veranstaltung”, erzählt Wol- lenschlaeger (l.). “Da hatten wir noch gar nicht geöffnet, aber wir Schausteller sind ja thilo-harry wollenschlaeger+bernd szczepanski_neuköllner maientageflexibel.”

Das ist der Grünen-Politiker Szczepanski auch, muss er sein, denn vorherseh- und planbar ist nur ein Teil seines Alltags. Die Begrüßungsansprache ist kurz und der Situation angemessen, dass wohl kaum jemand gekommen ist, um sich lange Politikerreden anzuhören. Ein bisschen Rückschau in eine Zeit, als auch Bernd Szczepanski zu den begeisterten Rummel- gängern gehörte, und ein bisschen Vorschau: “Seien Sie vorsichtig, dass sie nicht so viel Kuchen essen, dass Sie hinterher in den Karussells eine Tüte brauchen, und sozialstadtrat bernd szczepanski_neuköllner maientageamüsieren Sie sich schön!” Wer den Sozialstadtrat beim anschließenden Shakehands beobachtet, käme nicht auf die Idee, dass er es eilig hat. Das ist eine seiner Stärken, neben den fachlichen Kompetenzen.

Auf den Rummel, der heute für Szcze-panski ansteht, hätte er ebenso wie seine Fraktion am liebsten verzichtet. Den zettelten drei Mitglieder der Neu- köllner SPD-Fraktion an, die bei der letzten Bezirksverordnetenversammlung – entgegen vorheriger Absprachen – mit Nein statt mit Enthaltung abstimmten, als es um den Antrag auf Verlängerung der Amtszeit des Sozialstadtrats ging, der rein formell an seinem 65. Geburtstag in den Ruhestand geschickt werden würde. Nun soll heute ab 17 Uhr in einer Sonder- sitzung im BVV-Saal erneut über den Antrag abgestimmt werden. Es deute alles darauf hin, dass das Ergebnis diesmal in seinem Sinne ausfallen werde, sagt Bernd

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Szczepanski. Doch leise Zweifel sind nicht zu überhören. Schließlich hatte sich die Situation im Vorfeld der letzten Abstimmung nicht anders dargestellt.

Beim Bühnenprogramm für die Neuköllner Senioren ist Entertainer Pauly nun von alten Berliner Liedern zu einem Quiz übergegangen. Wie heißt der Bezirksbür- germeister, wie die Neuköllner Ortsteile und welche ist die längste Straße im Bezirk? Wer zuerst die richtige Antwort ruft, bekommt Preise, die sonst nur mit etwas pauly+senioren-nachmittag_neuköllner maientageGlück an der Losbude zu gewinnen sind.

Morgen wird keine Einladung und kein blau- es Bändchen brauchen, wer Bernd Szcze- panski reden hören und sprechen will: Von 14 bis 15 Uhr bittet der Sozialstadtrat zur Bürgersprechstunde ins Haus des Älteren Bürgers. “Mal gucken, wer kommt”, sagt er. Sonderlich bekannt sei das Angebot noch nicht, groß jedoch der Bedarf, ein offenes Ohr für Sorgen im sozialen Bereich zu finden: “Häufig geht es um Mietprobleme.” Aber auch bei unterschiedlichsten anderen Anliegen versucht er weiter zu helfen, das reiche von Gesundheitsthemen bis hin zu Anwohnerärgernissen um vermüllte Straßen und Wege. Er ist ja flexibel.

=ensa=

Abtauchen, abdrehen, abheben: Heute beginnen die 48. Neuköllner Maientage

Heute Nachmittag wird alles anders sein. Dann werden keine Schwertransporter und Kranwagen mehr die Gänge versperren, keine Scheinwerfer mehr am Boden liegen und  keine  überdimensionalen Deko-Fische  und  Rettungsringe  mehr  auf  den Sitz-

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paulys action-team_neuköllner maientagebänken in einer U-Boot-Attrappe. Das Dach vom Autoscooter wird so hoch sein, dass sich auch Erwachsene aufrecht auf der Fläche bewegen können. Der Shaker wird bis 14 Uhr zusammengebaut und bereit zum Schütteln sein, und die Kirmes-Leckereien sind nicht mehr hinter Holzplatten verborgen. Denn dann begin- nen die 48. Neuköllner Maientage.

Schönes Wetter, das steht für die nächs- ten drei Wochen auf dem Wunschzettel von Thilo-Harry Wollenschlaeger (r.), der das Volksfest fürs Bezirksamt Neukölln organisiert, weit oben. Weil schönes Wetter thilo-harry wollenschlaeger_maientage neuköllnein Garant für viele Besucher ist. An den meteorologischen und somit ökonomi- schen Reinfall, den ihm und den Schau- stellern der letzte Neuköllner Rummel, die Britzer Baumblüte, bescherte, mag er gar nicht mehr denken.

Zu den Neuköllner Maientagen, Berlins größtem Parkfest, hat der 47-Jährige oh- nehin eine ganz besondere Beziehung: Am 14. Februar 1966, dem Tag, an dem er in die Schausteller-Dynastie Wollen- schlaeger hineingeboren wurde, unter- schrieb sein Vater den Vertrag für die Organisation der ersten Neuköllner Maientage. Dass die Geburt des Sohnes dadurch ein wenig in den Hintergrund rückte und der erste Besuch des Vaters in der Wöchnerinnenstation erst einen Tag später erfolgte, “das wäre wohl heute undenkbar”, sagt Thilo-Harry Wollenschlaeger: “Aber meine eingang neuköllner maientageMutter wusste ja, wen sie geheiratet hat.”

Nun ist der Sohn Hausherr des Rummels im Volkspark Hasenheide. “Hausmeister ist treffender”, findet er, da der Job als Organisator vor allem bei laufendem Be- trieb ständig neue Herausforderungen mit sich bringt und nicht mit der Vorbereitung abgeschlossen ist. Bei der hat Thilo-Harry Wollenschlaeger wieder auf das Zusam- menspiel von Altbewährtem und Neuem gesetzt: Über 70 Schausteller sind dabei, die Lebkuchenherzen, Zuckerwatte und Rostbratwürste ebenso anbieten wie Slush-Eis und Herzhaftes der Kategorie “halal“. walzerfahrt_neuköllner maientageBei den Fahrgeschäften haben die kleinen Besucher eine Auswahl von 15 Kinder- karussells. Jugendliche und Erwachsene können schon gleich am Eingang mit einer Walzerfahrt (r.) ins Rummelvergnügen starten, danach in zwei Autoscootern auf Kollisionskurs gehen, im Breakdance und Shaker die Belastbarkeit ihrer Mägen tes- ten, magische Momente im Magic erleben aufbau wildwasser-rafting-bahn_neuköllner maientageund sich in der Wildwasserbahn Atlantis Rafting (l.), die gestern noch aufgebaut wurde, erfrischen lassen. Wie schon im letzten Jahr lädt auch in diesem der Kettenflieger Around The aufbau kettenflieger_neuköllner maientageWorld (r.) wieder zum Abheben in 60 Meter Höhe und einem fan- tastischen Rund- blick über Berlin ein. Nicht mehr auf dem Gelände zu finden sind indes eine große Achterbahn und das Riesenrad.

Dafür konnte Thilo-Harry Wollenschlaeger zwei neue Attraktionen gewinnen: Im Hippie Trip lässt sich eine Reise in die Musik u-3000_neuköllner maientageund Farben der 1970er-Jahre erleben; das Tauchboot U-3000 suggeriert mit Action- filmen und elektronisch-hydraulischem An- trieb 3 1/2 Minuten lang mitreißende Aben- teuer unter Wasser. Ebenfalls neu sind, so Wollenschlaeger, die Feuerwerker, die bis zum 20. Mai an jedem Samstag den Himmel über der Hasenheide in ein spek- takuläres Lichtermeer verwandeln. Das macht jetzt die Firma Halter aus Spandau, die u. a. mit der Sprengung des Daches der Berliner Deutschlandhalle bewiesen hat, dass sich die dort arbeitenden Spezialisten auch auf anderes als pyrotechnische Effekte verstehen.

elif uncuoglu gewinnerplakat_neuköllner maientageTradition hat dagegen bei den Neu- köllner Maientagen längst, dass mitt- wochs beim Gros der Fahrgeschäfte und Buden nur der halbe Preis zu zahlen ist, der Eintritt zum Festge- lände frei und das Plakat für das Volksfest Resultat eines Malwettbe- werbs an Neuköllner Schulen ist: In diesem Jahr gewann den Elif Un- cuoglu aus der Klasse 10c der Her- mann-von-Helmholtz-Schule. Außer- dem gibt es auch bei der 48. Auflage der Neuköllner Maientage wieder Sonder- veranstaltungen für alte Leute und Kinder geben: Am 13. Mai lädt Wollenschlaeger etwa 200 Senioren zu Kaffee und Kuchen auf dem Festplatz vor der Bühne ein, am Folgetag Neuköllner Schülerlotsen zu kostenlosen Rummelspaß. Andere Attraktionen wie die Event-Euro genannte Schausteller-Währung, das Nonstop-Bühnenprogramm oder die Castingshow “Neukölln sucht das Multi-Kulti-Super-Talent” sind noch auf aufbau_maientage neuköllndem Weg zur Tradition zu werden.

Heute um 17 Uhr wird Heinz Busch-kowsky das Volksfest offiziell mit dem Fassbieranstich eröffnen. Noch vorgestern bei der BVV-Sitzung rühr- te er dafür kräftig die Werbetrommel. Die Neuköllner Maientage würden zu den trivialen Dingen gehören, die sehr viel Spaß machen, erinnerte der Bezirksbürgermeister sein Plenum. Für Thilo-Harry Wollenschlaeger sind sie Spaß, Ernst und Leidenschaft zugleich. Mit rund 250.000 Euro beziffert er die Kosten für die gut dreiwöchige Veranstaltung – inklusive der Reparatur der nach der Abreise der Schausteller stark ramponierten Rasenfläche. Keinerlei Verständnis hat er dafür, dass vielerorts von der Politik vergessen wird, dass die Schausteller ein Fest fürs Volk machen, und immer weiter an der Preisspirale für die Standplatzmiete etc. drehen, statt das Anliegen wohlwollend zu unterstützen. “Was auch nicht bedacht wird, ist, dass viele Schausteller von weither anreisen müssen”, sagt Wollen- schlaeger, “weil die Berliner Schausteller allein gar nicht in der Lage wären, so ein Volksfest mit einer Vielzahl an Attraktionen auf den Weg zu bringen.”

Gewinnspiel:

Welche Neuköllner Schule besucht Elif Uncuoglu, die Gewinnerin des diesjährigen Neuköllner Maientage-Plakatwettbewerbs?

Wer diese Frage richtig beantwortet und die Lösung bis zum 27. April um 23.59 Uhr per Mail ans FACETTEN-Magazin schickt, nimmt an der Verlosung von drei Freikarten-Paketen im Wert von jeweils ca. 30 Euro teil, die von Wollenschlaeger und den Schaustellern zur Verfügung gestellt werden.

Die Neuköllner Maientage (Haupteingang am Columbiadamm) sind mon- tags, dienstags sowie donnerstags von 15 bis 23 Uhr und an allen anderen Tagen von 14 bis 23 Uhr geöffnet.

Update (28.4., 10:30 Uhr): Die Gewinner der drei Freikarten-Pakete wurden inzwischen von einem unabhängigen, nach dem Zufallsprinzip ausge- wählten Glücksfeeerich aus dem vollen Lostopf gezogen und sind be- nachrichtigt. Ihnen und allen, die nicht zu den Glücklichen gehören, wün- schen wir viel Spaß bei den 48. Neuköllner Maientagen.

=ensa=

Neues Leben im Tierpark Neukölln

Suchen muss man die beiden Milchschaf-Lämmer nicht, die vor knapp drei Wochen im Tierpark  Neukölln geboren wurden. Ein echter  Blickfang ist aber Osterlamm Nr. 3

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auf der verschneiten Anlage des Streichelzoos im Volkspark Hasenheide, wo es auch heute noch weitaus mehr zu entdecken gibt.

Tag der offenen Tür!!! Zu Ostern haben wir für Sie unsere Tierparkschule geöffnet. Kommen Sie rein und staunen Sie!” lädt ein Aufsteller an der Einfahrt zu den Wirt- schaftsgebäuden ein. Die größte Attraktion ist zweifellos die Brutmaschine, in der bei Geflügelkörpertemperatur und fast 60 % Luftfeuchtigkeit  Eier  zu  flauschigen  Küken

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reifen. Kinder und Erwachsene starren gebannt in den Kasten. Oft länger, als sie es eigentlich geplant hatten. Hat sich das große Gänse-Ei nicht gerade sehr heftig bewegt? Hatte das von feinen Rissen überzogene Hühnerei eben schon das kleine Loch in der Schale? Würde man das Schlüpfen eines Kükens um wenige Minuten verpassen, wenn man jetzt ginge? Den Cliffhangern der Natur kann sich kaum je- mand entziehen.

Zeitlos herzig

Valentinstag: Hochkonjunktur für rote Rosen und alles, was in Herzform gepresst oder mit einem Herzen-Design versehen werden kann, von der Praline über den Flanell-Schlafanzug und  das Bierglas bis zur App. Bei Trampeltiers im  Tierpark Neu-

trampeltiere_tierpark neukölln

kölln  interessiert man sich für all diese kommerziellen Auswüchse nicht. Da werden die Köpfe zusammen geschoben und die Nasen aneinander gerieben, ohne vorher auf den Kalender zu gucken.

Statt Hirn

Schmierereien am Sockel, zertrümmerte Gedenktafeln, Taubenkot auf dem Kopf und den Schultern, Schriftzeichen und Graffiti an den Stiefeln und am Mantel – die bronzene Statue des Turn- vaters Friedrich Ludwig Jahn im Volkspark Hasen- heide hat sich in den letz- ten 140 Jahren schon eini- ges gefallen lassen müs- sen. Mit den aktuellen Van- dalismusschäden ist nun eine neue Dimension der Zerstörungslust am vor ei- nem Jahr sanierten Denk- mal erreicht:

Seit vorletzter Woche sind nicht nur erneut die Ehren- tafeln am Sockel mit Farb- schmierereien überzogen, sondern steckt zudem Jahns Kopf in einem mit Bauschaum ausgefüllten blauen Sitzball. “Das ist nichts, was man spontan tut, sondern war eindeutig geplant”, echauffierte sich der Neuköllner Baustadtrat Thomas Blesing dieser Tage am Rande einer Ver- anstaltung. Schon Ende September habe es einen Anschlag auf das Jahn-Standbild gegeben: “Rund 3.000 € hat das Bezirk aus dem Etat investiert, der eigentlich für die Pflege der Grünanlagen im Bezirk gedacht ist, um die Bitumen-Schicht, die über das Denkmal gekippt wurde, wieder zu entfernen.” Für die Beseitigung der aktuellen Schäden, schätzt Blesing, würde ein ähnlicher Betrag fällig werden. “Deshalb lassen wir das Denkmal jetzt erstmal so wie es ist.”

“Mehr als Bauschaum können die auch nicht im Kopf haben, die das gemacht haben”, stellte ein Spaziergänger beim Anblick der verschandelten Statue fest. Laut Blesing gibt es gesicherte Erkenntnisse, dass die Vandalismus-Schäden linken Gruppierungen zuzuordnen sind. Begründet werden die Aktionen damit, so der Baustadtrat, dass “Turnvater Jahn eine rechte Socke” gewesen sei.

=ensa=

Auf dem Boden der Tatsachen

Auch wenn sich der Verdacht aufdrängt: Dass die gegenwärtige Jahreszeit im  Engli- schen  nicht nur als “autumn” sondern auch als “fall” bezeichnet wird, hat  nichts  da-

mit zu tun, dass die Lamas im Tierpark Neukölln gleich reihenweise umfallen, um liegend die Herbstsonne zu genießen.

Tierisch interkulturell

Da staunt das Neuköllner Eichhörnchen und die Spaziergänger wundern sich …

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Oder: Treffen sich eine  Teichralle und eine  Wasserschildkröte im  Volkspark  Hasen-

hasenheide, teichralle und schildkröte am rixdorfer teich, neukölln

heide am Ufer des Rixdorfer Teichs und proben das friedliche Nebeneinander.

Schlaraffenland Hasenheide

Eine Besonderheit ist es wahrlich nicht, dass sich in der Neuköllner Hasenheide Menschen ins Gebüsch verdrücken. Den Ruf als Marktplatz für Drogendealer hat der Volkspark längst weg, und wo anders als im Schutz des Dickichts an den Wegesrändern lassen lies mich-aktion, sprachwoche berlin, hasenheide neuköllnsich besser relativ ungestört Verhandlungen führen oder Waren gegen Geld tauschen?

Gestern Mittag war das Interesse an den Sträuchern entlang der Nord-Süd-Achse der Grünanlage noch größer als sonst und es beschränkte sich ganz und gar nicht auf die üblichen Verdächtigen: Jogger drosselten ihr Tempo, um sich genauer anzusehen, was sie erspäht hatten. Hundehalter unterbrachen ihre Gassi- runden alle paar Meter, bückten sich nach dem, was kazim erdogan, lies mich-aktion, sprachwoche berlin, hasenheide neuköllnandere hinterlas- sen hatten und beäugten es eingehend.  Rad- fahrer fuhren Schrittgeschwindigkeit, um bloß nichts zu übersehen, was in Plastiktüten verpackt in den Sträuchern hing und habenswert gewe- sen wäre.

“Weit  über 3.000 Bücher  haben wir heute hier verteilt”, überschlägt Kazim Erlies mich-aktion, sprachwoche berlin, hasenheide neuköllndogan (r.), der Ini- tiator der Aktion, die aus der Ha- senheide nicht nur eine riesige Open Air-Biblio- thek machte, son- dern zugleich viel Aufmerksamkeit auf die am 1. Sep- lies mich-aktion, sprachwoche berlin, hasenheide neuköllntember beginnende Woche der Sprache und des Lesens in Berlin  lenkte. An die 150 Schüler sowie Mitarbeiter sozialer Einrichtungen, sagt Erdogan, hätten lies mich-aktion, sprachwoche berlin, hasenheide neuköllndabei geholfen, die Bücher an Bäume und Sträucher zu hängen, in Astgabeln zu klemmen, im lies mich-aktion, sprachwoche berlin, hasenheide neuköllnGras auszulegen und auf Bänken zu drappieren. Auch viele Mitglieder der türkischen Vätergruppe, die wie die Sprachwoche ein Projekt des von Erdo- gan geleiteten Vereins lies mich-aktion, sprachwoche berlin, hasenheide neuköllnAufbruch Neukölln ist, packten kräftig mit an, um Literarisches unters Volk zu bringen.

Kooperationspartner der Aktion “Lies mich … und gib mich weiter!”, die gestern parallel im Volkspark Friedrichshain stattfand und heute im Humboldthain und im Tiergarten fortgesetzt wird, ist der Berliner Büchertisch. “Wir haben etwa 80 Prozent der ins- lies mich-aktion, sprachwoche berlin, hasenheide neuköllngesamt 10.000 Bücher gespendet, die in den vier Parks verschenkt werden. Der Rest kam von Ver- lagen”, sagt Ana Lichtwer, die Geschäftsführerin der Organisation. Bilderbücher, Kinderbücher, Belletris- lies mich-aktion, sprachwoche berlin, hasenheide neuköllntisches vom Liebesro- man bis zum Thriller, Sachbücher, Bildbände – das Angebot ließ lies mich-aktion, sprachwoche berlin, hasenheide neuköllnkaum Wünsche offen. “Das war uns auch wichtig”, berichtet Lichtwer, “dass keine thematische Vorauswahl getroffen wird.” Das Hauptkriterium sei gewesen, dass die Bücher in sehr gutem Zustand sind und Lust aufs Mitnehmen und Lesen machen.

lies mich-aktion, sprachwoche berlin, hasenheide neuköllnDas allein sei aber nicht das Ziel der Aktion, ergänzt Kemal Hür. Er ist Pressesprecher der Sprachwoche, die  seit 2006 zweijährlich im Bezirk Neukölln  gefei- ert wurde und nun erstmals berlinweit stattfindet. “Je- des Buch”, erklärt Hür, “ist nummeriert, hat einen Beipackzettel, der die Aktion erklärt, und soll nach dem Lesen weiterverschenkt werden.” Vorher, so die Bitte der Veranstalter, solle man es jedoch im Feedback- formular bei  “Lies mich … und gib mich weiter!”  registrieren:  “Wir hoffen, dass alle dabei mitmachen.” Beim Abschlussfest am 9. September werde eine erste Bilanz gezogen, inwieweit die Hoffnung sich erfüllt hat.

Für das Prinzip, das auf der Idee des vor 11 Jahren erfundenen Bookcrossings beruht,  interessierten sich gestern erstmal nur wenige derer, die in der Hasenheide lies mich-aktion, sprachwoche berlin, hasenheide neuköllnüberraschend auf ein literarisches Schlaraffenland stießen. “Kann man die Bücher wirklich einfach so mitnehmen?”, vergewisserten sich die Zögerlichen. Forschere Naturen sammelten kurzum ein, was auch nur ansatzweise lesenswert erschien. Kinder diverser Kita-Gruppen schwärmten aus, um Neues für die Bücherbestände ihrer Einrichtungen zu suchen und erkundigten sich bei jedem Fundstück, ob das auch tatsächlich ein Buch für Kinder sei. “Ich komme etwa ‘ne halbe Stunde später!”, informierte ein  Mann telefonisch  die, mit  denen er  verabredet  war. Das könne man

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sich doch nicht entgehen lassen, sich hier noch ein wenig genauer umzuschauen. Ob sie irgendwo englisch- oder französischsprachige Bücher gesehen hätte, lies mich-aktion, sprachwoche berlin, hasenheide neuköllnfragte er eine Frau, die schon reichlich Beute gemacht hatte. “Vereinzelt, auf der anderen Seite des Wegs”, be- richtete sie und wollte im Gegenzug von ihm wissen, ob er irgendwo interessante Bücher über historische Themen gesehen habe. Dass beim Verteilen der Bücher nicht nach Genres sortiert wurde, bemän- gelte sie, sei doch etwas schade. Ganz andere Probleme hatten dagegen etliche Jogger: Mit einem Buch pro Hand könne man ja locker weiterlaufen, bei mehreren würde es allerdings schwierig werden. “Deshalb”, entschied zumindest einer spontan, “brech ich meine Runde jetzt hier ab und guck nur noch nach Büchern.” Lesen sei ihm fast genauso wichtig wie der tägliche Lauf durch die Hasenheide.

=ensa=

Fundsache

Wenn in der Neuköllner Hasenheide die Schnullerfee zuschlägt, später ihre Tat bereut und ein Stück weit  rückgängig machen will, sieht  das  optimalerweise so aus.

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Ohne Netz und Zirkuskuppel: Slacklining par excellence

Bei schönem Wetter sind sie eine Mischung aus Open Air-Wohnzim- mer, Trainingscamp und Probe- bühne: die Neuköllner Parks. Viele Besucher bringen Stühle, Tische, Grills, massenweise Verpflegung und ihre Familien oder Freunde mit, andere ihr Jonglier-Equipment oder mehr oder weniger transport- freundliche Musikinstrumente.

Wenn Adrian Umlauft in den Volkspark Hasenheide kommt, um seinem Hobby – das auch gerne zum Beruf werden dürfte – zu frönen, fällt das Gepäck schon etwas schwerer aus. Auf das Gewicht eines Kleinkinds im schönsten Trotzalter bringt es die Ausrüstung, die er zum Slacklinen braucht, locker. “Aber es lohnt sich, sie hier her zu schleppen, weil die Bedingungen einfach perfekt sind”, schwärmt er. Die Senke, die sich in Nordsüdrichtung durch die Hasenheide zieht, sei ein wahres Geschenk für Slackliner. “Wenn die nicht wäre”, erklärt er, “müsste ich bei meinem Gewicht und der Slackline-Länge von etwa 100 Metern ziemlich weit in einen Baum klettern, um die Line zu befestigen und die Dehnung des Bands ausgleichen zu können”. Sieben Meter hoch müsste der Fixpunkt schon angebracht werden, schätzt er. Dass das Aufsteigen dadurch komplizierter und verletzungsträchtiger würde, steht auf einem anderen Blatt.

Spaziergänger bleiben stehen, Radfahrer halten an und die Leute, die auf der Wiese sitzen oder liegen, sehen Adrian Umlauft gebannt zu, wie er das Seil erklimmt. “Will der da etwa rüber?”, fragen sich alle staunend. Ja, er will und verschwindet  mental in  einer Welt, die  nur  noch  aus  dem  schmalen Band unter seinen  Füßen  besteht.

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Etwa 10 Minuten dauert es, bis Adrian Umlauft sein Ziel erreicht hat. Eine sportliche Höchstleistung für die Konzentrationsfähigkeit und jeden Muskel seines Körpers. “Besonders”, sagt er, “geht es aber in die Schultern und Arme.” Nach einer kurzen Pause im Schatten  macht er sich auf den Rückweg. Zwei Bänder an der Line  zeigen

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ihm an, dass eine leichte Brise aus nordwestlicher Richtung weht. Die Zahl derer, die dem Slackliner zusehen wollen, wächst stetig. Dass das Band auf halber Strecke nur slacklining hasenheide neukölln, adrian umlauftnoch etwa einen halben Meter von festem Boden ent- fernt ist, beruhigt einerseits. Doch die Spannung, ob Ad-

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rian Umlauft die Strecke erneut ohne unfreiwilligen Abgang schaffen wird, bleibt bis zum Schluss. “Die größte Gefahr sind freilaufende Hunde, die mich anspringen, oder Leute, die in die Line greifen”, sagt er, als er wieder festen Boden unter den Füßen und die In-Ear-Kopfhörer aus den Ohren gezogen hat: “Musik brauch ich, um störende Geräusche auszuschalten und mich besser konzentrieren zu können.” Das sei schon zu Beginn seiner Slackliner-Laufbahn vor etwa 1 1/2 Jahren so gewesen, anderes habe sich hingegen komplett verändert: Die Länge der Strecken und das Gefühl für den schmalen Grat. “Früher hab ich mich am Anfang und Ende des Seils sicherer gefühlt, weil es dort stabiler ist. Aber je mehr Erfahrung ich hab, desto lieber mag ich die Mitte und das Schwingen.” Irgendwann will Adrian Umlauft auch eine 200 Meter-Distanz in der Hasenheide in Angriff nehmen. Geeignete Bäume, findet er, gebe es durchaus.

=ensa=

Neukölln und seine Multi Kulti Süper Talente

finale "neukölln sucht das multi kulti süper talent", neuköllner maientage, volkspark hasenheide neukölln46 wollten es werden und versuchten in fünf Vorrunden das Publikum und die Juroren von ihrem Können zu überzeugen. Ins Finale der Casting- show “Neukölln sucht das Multi Kulti Süper Talent”, das gestern Nachmit- tag bei den Neuköllner Maientagen ausgetragen wurde, schafften es nur sieben von ihnen.

“Eigentlich sollten es nur sechs sein”, erklärte Moderator Pauly, “aber wir finalistin feline, finale "neukölln sucht das multi kulti süper talent", neuköllner maientage, volkspark hasenheide neuköllnwollten  Feline, der mit 10 Jahren jüngsten Teilnehmerin, eine Chance in der Endrunde geben.” Die Schülerin war es dann auch, finalist frank, finale "neukölln sucht das multi kulti süper talent", neuköllner maientage, volkspark hasenheide neuköllndie das Finale mit ihrer Tanznummer eröffnete und damit weitaus mehr be- geisterte und überzeugte als Immobilienmakler und Elvis-Imitator  Frank, der das Zu- sammenspiel von großen finalistin sarah, finale "neukölln sucht das multi kulti süper talent", neuköllner maientage, volkspark hasenheide neuköllnPosen und Stimme nur spora- disch erfolgreich in den Griff bekam. Konkurrentin  Sarah  kon- zentrierte sich indes mit ihrer Interpretation eines Titels der achtfachen Grammy-finalistin meltin, finale "neukölln sucht das multi kulti süper talent", neuköllner maientage, volkspark hasenheide neuköllnSiegerin Adele aufs We- sentliche: den Gesang. Die 17-Jährige, die in einer Bäckerei jobbt und demnächst ihr Fach- abi angehen will, wäre sicher auch bei TV- Casting-Formaten nicht chancenlos. Für die wäre Meltin mit ihren 11 Jahren noch ein bisschen jung. Doch sie bewies schon mit ihrem Bette Midler-Song “The Rose”, dass sie Großes vorhat. Eine Gesangsausbildung dürfte aus ihrer beeindruckend kräftigen Stimme mehr von dem herauskitzeln, das schon jetzt über weite Strecken aufblitzte und unüberhörbar war: Talent.

Davon hat auch  Jamie  (l.) eine Menge abbekommen. Mit ihrer äußerst professionell anmutenden Akrobatk-Show landete die 15-jährige Schülerin, die – der Familien- tradition folgend – Artistin werden will, auf dem Bronzerang. Vor ihr konnte sich  Marc  platzieren, der im Brotjob als Klempner arbeitet und in seiner Freizeit mit Bällen, Keu-

drittplatzierte jamie, finale "neukölln sucht das multi kulti süper talent", neuköllner maientage, volkspark hasenheide neukölln zweitplatzierter marc, finale "neukölln sucht das multi kulti süper talent", neuköllner maientage, volkspark hasenheide neukölln gewinnerin nicola, finale "neukölln sucht das multi kulti süper talent", neuköllner maientage, volkspark hasenheide neukölln

len, Ringen und Fackeln jongliert. Irgendwann, sagt er, habe er mit drei Bällen angefangen und dann immer mehr Spaß an der Sache gewonnen. Inzwischen trainiere er mehrere Stunden täglich. Dass trotzdem nicht jedes Kunststück klappte, das er dem Publikum und der fünfköpfigen Jury präsentieren wollte, machte er durch Charme wett. Am Sieg von  Nicola  (r.) konnte aber auch Marc nicht rütteln. In der Vor- runde habe sie, so Moderator Pauly, die Konkurrenz  mit einem Whitney Houston-Titel förmlich an die Wand gesungen. Im Finale ging die Redakteurin eines Schul- buchverlags mit einem Song von Beyoncé als Letzte an den Start und wurde damit Erste der ersten Neuköllner Maientage-Castingshow.

=ensa/kiezkieker=

Es geht voran

sri ganesha hindutempel hasenheide neuköllnDer Optimismus war groß: Im nächsten Sommer werde der Eingangsbereich des Sri Gane- sha Hindu Tempels eingeweiht, verkündete Vilwanathan Krish- namurthy, Vizepräsident des Trägervereins, bei der  Grund-steinlegung am 11. September 2010. Dann aber warfen uner- wartet bei Bodenuntersuchun- gen entdeckte Trümmer des 2. Weltkriegs und die aktuelle Wirt- schaftskrise die Planung über den Haufen. Gönner, die schon ihre Unterstützung für das Stem- men der spendenfinanzierten Baukosten in Höhe 850.000 Euro signalisiert hatten, legten ihre Zusagen auf Eis, andere zeigten sich zurückhaltender als erwartet.

Der Optimismus ist den Bauherren dennoch nicht vergangen, und mittlerweile nimmt der Haupteingang zum Tempel Gestalt an: 17 Meter wird der stufenpyramidenartige Turm mit Stuckornamenten und Götterstatuen  hoch werden, für das Eingangsportal ist eine Höhe von 6 Metern geplant.  Bis zu Ganeshas Geburtstag im September sollte es mit der Fertigstellung klappen, hofft man beim Tempelverein.

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Grün und widerspenstig: richtig so!

Dass im  Volkspark Hasenheide  nicht immer alles mit rechten Dingen zugeht, ist hinlänglich bekannt. Dass nun aber ein Parkverbot für den Park verhängt wurde, ist doch  maßlos übertrieben – selbst  wenn es nur  temporär  (bis zum 20. Mai)  gilt. Wie

sollte so ein Park denn auch mal eben seine Sachen packen? Und wo könnte er auf die Schnelle hin? Der Volkspark Hasenheide hat sich jedenfalls offenbar zum Bleiben entschlossen und trotzt wacker dem Parkverbot.

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Ganz schön abgehoben …

luftbild nord-neukölln, kettenflieger around the world, neuköllner maientage

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luftbild tempelhofer feld, kettenflieger around the world, neuköllner maientage

… mit dem Kettenflieger “Around the World” bei den  Neuköllner Maientagen.

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Erst die Arbeit, ab heute das Vergnügen … bei den Neuköllner Maientagen

“Jetzt nur noch putzen, dann kann’s losgehen”, sagt der Betreiber des Kinder- karussells gegenüber vom Festplatz an der Elch-Hütte. In gerade mal sieben knusperhaus, 47. neuköllner maientage, volksfest berlin-neukölln, organisation: thilo-harry wollenschlaegerStunden war der Aufbau seines Fahr- geschäfts geschafft. Das Schlimmste, also die Putzerei, komme immer zum Schluss. Beim Knusperhaus, direkt am Haupteingang zu den 47. Neu- köllner Maientagen in der Hasen- heide läuft es genau umgekehrt: Da wird erst alles auf Hochglanz gebracht und dann das süße Sortiment ge- stapelt, aufgehängt und  -gestellt. Et- wa zwei Tage bräuchten sie schon, bis alles wieder an seinem Platz ist, überschlägt eine der vier Mitarbeiterinnen. Heute Mittag, wenn Berlins größtes Parkfest beginnt, werden sie aber definitiv fertig sein.

atlantis waterrafting, 47. neuköllner maientage, volksfest berlin-neukölln, organisation: thilo-harry wollenschlaegerAm anderen Ende der Hasenheide ist der Zeitdruck erheblich größer. Was heute “Atlan- tis Rafting”, Deutschlands größte Wildwas- serbahn, sein und – ebenso wie alle ande- ren Fahrgeschäfte – am Vormittag die TÜV- Prüfung bestehen soll, war gestern noch ein überdimensionales Puzzlespiel kettenflieger around the world, 47. neuköllner maientage, volksfest berlin-neukölln, organisation: thilo-harry wollenschlaegeraus Einzel- teilen, die per Tieflader an- gekarrt und von Kränen  an ihre Plätze gehievt wurden. Einige Meter weiter sah es zwar etwas, aber auch nicht viel besser aus: Bis zum 20. Mai wird sich hier der Kettenflieger “Around the World” drehen und die kettenflieger around the world, 47. neuköllner maientage, volksfest berlin-neukölln, organisation: thilo-harry wollenschlaegerPassagiere dabei in 16 doppelsitzigen Gondeln in eine Hö- he von 60 Metern bringen. Der höchste mobile Kettenflieger der Welt sei eines der Highlights der diesjährigen Neuköllner Maientage, sagt Thilo-Harry Wollenschlaeger, der das Volksfest zum zweiten Mal im Auftrag des Bezirksamts organisiert.

euro coaster, 47. neuköllner maientage, volksfest berlin-neukölln, organisation: thilo-harry wollenschlaegerAn einem weiteren Besuchermagnet, dem Euro Coaster, wird bereits seit Tagen ge- werkelt.  Die mit nach unten hängenden euro coaster, 47. neuköllner maientage, berlin-neuköllnGondeln bestück- te Achterbahn ist erstmals in Berlin zu Gast und feiert ihre Hauptstadt- Premiere in Neukölln. “Andere Schaustel- ler”, so Wollenschlaeger, “sind dagegen bereits zum 47. Mal dabei.” Als Spross einer renommierten Schaustellerfamilie weiß er ganz genau, dass es vor allem die Mischung aus Tradition und Hightech ist, die den Reiz für Rummelbesucher ausmacht.

Folglich zieht sich das Miteinander von Altbewährtem und Neuem wie ein roter Faden durch das Gesamtkonzept des Volksfests in der Hasenheide. Täglich gibt es Kasperletheater und Clownerien für die Kleinen sowie ein Non-Stop-Bühnenprogramm für die ganze Familie: “Neu ist, dass wir dienstags und donnerstags die Castingshow ‘Neukölln sucht das Multi-Kulti-Süper-Talent’ haben.” Außer Applaus können die Teilnehmer bei der durch die Kooperation mit dem deutsch-türkischen Berliner Stadtmagazin Merhaba ein iPad, ein iPhone sowie einen Restaurantgutschein gewin- nen. Ebenfalls neu sei, dass das Höhenfeuer- werk der Neuköllner Maientage nun freitags statt sonnabends stattfindet. Unverändert ist dagegen, dass am Muttertag Schoko-Maikäfer verteilt werden, knabberlok, 47. neuköllner maientage, volksfest berlin-neukölln, organisation: thilo-harry wollenschlaegermittwochs Karussellfahrten zum halben Preis zu haben sind, kein Eintritt für den Besuch des Volks- fests erhoben wird und Neuköllns Bezirksbürger- meister Heinz Buschkowsky die Neuköllner Maientage mit dem traditionellen Fassbieranstich eröffnet. Heute um 17 Uhr ist es soweit! Bis dahin wird auch die Knabberlok in neuem Glanz erstrahlen.

Für eine Verlosung haben uns Thilo-Harry Wollenschlaeger und die Schausteller der Neuköllner Maientage zwei Freikartenblöcke mit jeweils 27 Gratis-Coupons sowie ein “Zahl 1, bekomm 2″-Gutscheinheft zur Ver- fügung gestellt.

Gewinnchancen hat, wer die Frage “Was wird bei der Castingshow der Neuköllner Maientage gesucht?” richtig beantworten kann und die Lösung bis zum 29.4. um 12 Uhr per E-Mail an schickt. (Die Gewinner werden direkt benachrichtigt.)   Viel Glück!

=ensa=

So was von behämmert!

baum mit nägeln, hasenheide neukölln, vandalismus, foto: jennifer jennselVielleicht gucken Künstler einfach genauer hin. Auf Willi Büsing und seine Frau Jennifer Jennsel trifft das jedenfalls zu. Was sie dann sehen, baum mit nägeln, hasenheide neukölln, vandalismus, foto: jennifer jennselkurbelt das gesamte Karussell der Emo- tionen an: von Be- geisterung bis Ärger ist alles drin. Manch- mal, wie dieser Ta- ge, gibt es aber auch Rätsel auf. “Wozu soll das gut sein?”, fragte Willi Büsing nicht nur sich nach einem Spaziergang durch Neuköllns Hasenheide, bei dem er etliche mit Nägeln und Schrauben gespickte Baumstämme entdeckt hatte. Sind es Spuren von Vandalismus? Oder werden die Metallstifte womöglich gezielt amtlicherseits in die Stämme geschlagen, um eine baumpflegerisch positive Reaktion hervorzurufen?

baum mit schraube, hasenheide neukölln, vandalismus, foto: jennifer jennselDas daraufhin von der FACETTEN-Redaktion zur Klärung der Frage eingeschaltete Naturschutz- und Grünflächenamt (NGA) Neukölln reagierte prompt: Mitnichten baum mit schraube, hasenheide neukölln, vandalismus, foto: jennifer jennselseien die Nägel und Schrau- ben baumpflege- risch von Nutzen, teilte Rainer Sodei- kat vom Zuständigkeitsbereich Grünflächenunterhal- tung Nord per E-Mail mit. “Leider”, führte er aus, “gibt es immer wieder Mitbürger, die aus Langeweile zur Tat schreiten.” Die Bäume würden natürlich nicht sofort absterben, jedoch sei “jede Wunde, die man ihnen zufügt, ein Einfallstor für Bakterien, Viren und Pilze. Diese Infektionen bringen den Baum mittel- fristig um. Da unsere Bäume eh schon geschwächt sind, belastet sie derartiges Handeln noch mehr.” Es ist keine rosige Perspektive, die Sodeikat für Neuköllns malträtierte Bäume zeichnet: “Wir sind leider völlig machtlos gegenüber jedweden Vandalismus.”

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Zukurzgekommene und Leichtgewichte unter sich

hundegarten kleiner feigling, hasenheide neuköllnWo “Kleiner Feig- ling” draufsteht, ist nicht unbedingt das drin, was man ge- meinhin erwarten würde. Das zeigt sich beispielswei- se in Neuköllns Hasenheide direkt neben dem Jahn- denkmal.

Dort gibt es einen eingezäunten Hun- deplatz, der “Klei- ner Feigling” heißt und ein Mix aus Welpen-Kita und Spielplatz für er- wachsene Klein- rassige ist. Zugang zu  dem etwa 500 Quadratmeter gro- ßen Paradies be- kommen nämlich ob der Chancen- gleichheit beim To- ben und Kräfte- messen lediglich bellende Vierbei- ner, die ein Schullineal nur knapp überragen und leichter als 15 Kilogramm sind.

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In Neukölln getestet und für ideal befunden:

Hunde – vor allem die der Kategorie “ach, wie süüüß” – seien zur Steigerung des Flirtfaktors optimal, heißt es immer wie- der. Wer das bereits auf unzähligen Gassi- runden oder Hunde- auslaufplätzen ver- sucht hat und mit dem Erfolg eher un- zufrieden ist, sollte es mal mit einem Esel probieren: Dann stehen – wie man sieht – die Frauen Schlange, zumindest in Neukölln.

Laufend Hürden überwinden

Es gab viel zu integrieren gestern beim  4. Berliner Integrationslauf in der Neuköllner Hasenheide:  Flaneure  nutzten  den  2,5 Kilometer langen Rundkurs  für einen  Feier-

4. berliner integrationslauf, hasenheide neukölln, tib 1846 e.v.4. berliner integrationslauf, hasenheide neukölln, tib 1846 e.v.

tagsspaziergang. Radfahrer, Skater und Skateboarder und Fußgänger drohten den Läuferinnen und Läufern vor allem an den Nord-Süd-Achsen in die Quere zu kommen und wurden von Streckenposten zum Innehalten aufgefordert und so als Zuschauer in günter piening integrationsbeauftragter berlin, 4. berliner integrationslauf, hasenheide neukölln, tib 1846 e.v.die Veranstaltung integriert. Unbeein- druckt von logistischen Integrationsbemü- hungen trabte derweil Günter Piening, Berlins Integrationsbeauftragter, schwit- zend über den asphaltierten Parcours.

Vier Runden galt es für ihn und die über 120 anderen Teilnehmer des Hauptlaufs – zwischen Start und Ziel auf dem be- nachbarten Gelände der TiB Turnge- meinde in Berlin 1848 e. V., die das Lauf- 4. berliner integrationslauf, hasenheide neukölln, tib 1846 e.v.event abermals organisierte – zu absolvieren. Vorher waren bereits ein Kinder- und ein Jedermannlauf über 2,5 bzw. 5 Kilometer auf 4. berliner integrationslauf, hasenheide neukölln, tib 1846 e.v.die Strecke ge- schickt worden.

Hannelore Reusch war im Hauptlauf dabei. Mit 73 Jah- ren ist sie dem Kinderalter längst entwachsen und für die Jedermann-Distanz ist sie noch viel zu fit. Nach 55 Mi- nuten und 53 Sekunden hat die kleine drahtige Frau hannelore reusch, 4. berliner integrationslauf, hasenheide neukölln, tib 1846 e.v.die 10 Kilometer des 4. Berliner Integrationslaufs hinter sich und das Ziel erreicht. Die Zeit liegt zwar um einiges über ihrer Bestzeit, sei aber okay. In ihrer Altersklasse der über 70-Jährigen ist Hannelore Reusch damit die 4. berliner integrationslauf, hasenheide neukölln, tib 1846 e.v.Beste, in der Gesamt- wertung der Frauen be- legt sie den 13. Platz. “Ich war gut drauf und mir war’s – im Gegen- satz zu vielen anderen – auch nicht zu warm”, re- finisher-shirts, 4. berliner integrationslauf, hasenheide neukölln, tib 1846 e.v.sümiert sie, als das Anstehen nach der Urkunde erfolgreich erledigt und auch das Finisher-Shirt ab- geholt ist.

Später wird Hannelore Reusch, die seit 30 Jahren dem Laufsport frönt und mit 72 zum 28. Mal beim 4. berliner integrationslauf, hasenheide neukölln, tib 1846 e.v.Berlin-Marathon startete, noch auf der Bühne mit einem Pokal für den Sieg in ihrer Altersklasse geehrt werden. Der ist dann nur für sie – als Belohnung für die drei Trainingseinheiten pro Woche. Das Finisher-Shirt hat die dynamische Rentnerin in einer Größe ausgesucht, die ihrem Mann passt. “Gemeinsam Hürden überwinden” steht auf dem weißen Baumwollstoff. Eine Devise, die nicht nur für das große Thema Integration, sondern auch für eine langjährige Ehe wichtig ist.

=ensa=

Verrückte Welt

Da staunt der Fachmann und … der Reiher wundert sich: Es ist Oktober, das Laub entweder noch grün oder schon bunt, der Himmel strahlendblau und die Menschen sitzen stundenlang in luftiger Sommerkleidung auf Wiesen herum, statt in Woll- pullovern vor den Heizungen. In Berlin ist endlich die kostbare Fracht namens Sommer an- gekommen – zwar ein bisschen spät, aber immerhin. Vergessen ist das Gemaule über den vor 20 Jahren als Feiertag gestrichenen 17. Juni und den als Ersatz in die Bresche gesprungenen  3. Oktober: In diesem Jahr ist das schier Unglaubliche passiert, und der längst nicht mehr neue Tag der Deutschen Einheit dem alten Tag der  deutschen  Einheit  temperatur-  und wettermäßig  in nichts  nach.

   

So hängt sich an den verspäteten Sommer gleich noch die Erkenntnis, dass der gesetzlich verordnete Feiertagstausch  auch für Berliner mit “Nüscht wie raus zum Wannsee”- oder Grill-Ambitionen nicht zwingend einen Nachteil bedeuten muss.

=ensa=

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