Zwei Finger, zwei Frauen, zwei Krawatten und ein Kellner: Premiere im Heimathafen Neukölln

„Kiek ma, dit is doch Kommissar Schmücke, hier der Dings, der Jaecki Schwarz“, säuselt eine mir unbekannte Dame ihrem Begleiter zu. Stimmt, Jaecki Schwarz, Florian Lukas und Nina Kunzendorf sind nur drei der Prominenten aus Film und Fernsehen, die vorgestern Abend im Heimathafen Neukölln bei der Premiere von „Zwei zwei krawatten - eine echte berliner revue, heimathafen neukölln, foto: verena eidelKrawatten“ anzutreffen waren. Ich war also schon vor Beginn der Berliner Revue, die Georg Kaiser erst- mals 1929 mit Hans Albers und Marlene Dietrich inszenierte, schwer beeindruckt.

Der große Saal war bis auf den letz- ten Platz mit einem erwartungsvollen, lach- und applaudierfreudigen Publi- kum gefüllt. Von Anfang an fühlte ich mich einbezogen in die Geschichte des Kellners Jean: Der landet eher zufällig – durch einen Krawattentausch, der eigentlich ein Fliegentausch ist – in der Welt der Skurrilen und Reichen und zitiert dabei mal locker einen beeindruckenden Text von Nietzsche, immer begleitet von einer wirklich guten Performance der Showband „The Incredible zwei krawatten - eine echte berliner revue, heimathafen neukölln, foto: verena eidelHerrengedeck“.

Jean (Vlad Chiriac), der sich von der reichen, wenn auch etwas älteren Mabel  (Bärbel Bolle) angezogen fühlt, verlässt seine Trude und Berlin, um mit dem Schiff nach Amerika zu zwei krawatten - eine echte berliner revue, heimathafen neukölln, foto: verena eidelgelangen. Trude (Fun- ny Rose) jedoch macht sich an Jeans Verfol- gung und so entstehen einige sehr komische Szenen in diesem sehr bunten Wirrwarr: Der erste Kontakt in Amerika ist ein Schillers „Glocke“ zitierender Amerikaner, der auch immer zwei krawatten - eine echte berliner revue, heimathafen neukölln, foto: verena eidelwieder durch Sangeskunst zu beein- drucken weiß.

Wer wie ich allein schon aus Alters- gründen noch nie eine echte Revue besuchen konnte, kann sich hier einen sehr guten Eindruck davon machen. Er wird entführt in eine andere, ältere Welt, die manchmal ein bisschen zu laut und zu bunt ist, aber deshalb nicht weniger faszinierend.

Ich habe knapp drei Stunden, inklusive einer kleinen Pause, mit der plötzlich nicht mehr ganz so armen Trude mitgefiebert und die Schauspieler zwei krawatten - eine echte berliner revue, heimathafen neukölln, foto: verena eidelbewundert, die sich teilweise wahn- sinnig oft umziehen mussten.  Ich habe viel Haut gesehen, gute Musik und manchmal nicht ganz so gute Gesänge gehört, habe wahnsinnig lustige Szenen gesehen und weni- gen etwas zu langen Monologen gelauscht. Um mich herum sehr zufriedene Menschen, die sich mit mir zusammen die Hände wund klatsch- ten, und vor mir eine sich scheckig lachende Nina Kunzendorf, die echt laut auf zwei Fingern pfeifen kann.

Weitere Aufführungen von  “Zwei Krawatten – eine echte Berliner Revue”  im Heimathafen Neukölln: heute, morgen, am 22. und 27. April sowie am 1., 9. – 11. Mai (jeweils 20 Uhr) und am 20. Mai um 18 Uhr. Karten im VVK: 21,70 € (erm. 15,10 €). Ticket-Hotline: Tel. 030 – 61 10 13 13, VVK im Heimathafen Neukölln: Tel. 030 – 56 82 13 33

=Anna Sinnlos=

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